Der Titelverteidiger der Niederlage will Wiedergutmachung
Ab Freitag steht Alexander Zverev erneut im Mittelpunkt des Laver Cup 2026 am Londoner O2. Vor genau einem Jahr entschied Teamkollege Taylor Fritz auf Weltseite das Duell 15:9 gegen Europa — und ausgerechnet Zverev verlor das entscheidende Einzel gegen Fritz. Nun kehrt der Hamburger mit dem stärksten Selbstvertrauen seiner Karriere zurück: Als frischgebackener US-Open-Champion 2026 und als statistisch bester Punktesammler in der Geschichte des Laver Cup trägt er die Erwartungen eines halben Kontinents auf den Schultern.
Kapitän Yannick Noah hat für Team Europe ein Ensemble zusammengestellt, das an Schlagkraft kaum zu übertreffen ist. Neben Zverev (Weltrangliste 2) steht Carlos Alcaraz (Nr. 3) als Co-Anführer, der nach einer viermonatigen Handgelenksverletzung gerade erst sein Comeback abschloss — US-Open-Viertelfinalist inklusive. Alcaraz sagte bei der Pressekonferenz am Donnerstag über seinen deutschen Teamkollegen: „Er ist wahrscheinlich gerade der beste Spieler der Welt. Ihn an meiner Seite zu haben ist eine riesige Waffe." Komplettiert wird das Sextett von Flavio Cobolli, Jakub Mensik, Rafael Jodar und Casper Ruud.
Freitag: Ruud eröffnet, Zverev noch nicht im Einzel
Der Freitag beginnt um 13 Uhr Ortszeit mit Casper Ruud gegen Francisco Cerundolo, gefolgt von Jakub Mensik gegen Brandon Nakashima. In der Abendeinheit (19 Uhr) duelliert sich der aufstrebende Spanier Jodar erstmals mit Alexander Bublik, bevor Mensik und Alcaraz im Doppel auf Bublik und Taylor Fritz treffen. Zverev ist für den Samstag oder Sonntag eingeplant, wenn die Partien mit 2 beziehungsweise 3 Punkten bewertet werden — strategisch die wertvollsten Phasen des Turniers.
Das Punktesystem sieht vor, dass die erste Mannschaft, die 13 Punkte erreicht, den Pokal gewinnt. Freitagssiege zählen je 1 Punkt, Samstag 2 Punkte, Sonntag 3 Punkte. Europa hat mit Zverev und Alcaraz die beiden bestplatzierten Spieler des gesamten Feldes; auf Weltseite ist Alex de Minaur (Nr. 7) der Top-Gerankte — und kommt mit einer makellosen Laver-Cup-Einzelbilanz von 8 Siegen in 8 Spielen.
De Minaur als größte Gefahr für Europas Revanche
Der Australier ist in diesem Format seit zwei Teilnahmen ungeschlagen und dürfte Kapitän Agassi in den entscheidenden Momenten einsetzen. Daneben fehlt mit Ben Shelton ein weiterer Schlüsselmann verletzt; für ihn rückt Brandon Nakashima ins Aufgebot. Team World bleibt trotzdem gefährlich: Learner Tien hat in diesem Jahr auf der ATP Tour Fortschritte gemacht, und Bublik ist auf schnellem Hallenboden für jeden ein unangenehmer Gegner.
Das O2 ist für Zverev kein neutraler Boden. Die Halle, in der Roger Federer 2022 seinen letzten Auftritt als Profi bestritt, ist als Schauplatz in die Tennisgeschichte eingegangen. Für den Deutschen geht es darum, einen eigenen historischen Abend hinzuzufügen: seinen ersten Laver-Cup-Pokal seit 2021 und die Rückkehr der Trophäe nach Europa. Anwurf am Freitag ist 13 Uhr britischer Ortszeit.
Tennis Post Redaktion
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