Shelton marschiert ins Halbfinale – Mensík chancenlos
Titelverteidiger Ben Shelton hat beim National Bank Open in Montreal eindrucksvoll seine Klasse bewiesen und Jakub Mensík mit 6:3, 6:1 aus dem Turnier genommen. Der Amerikaner benötigte kaum mehr als eine Stunde, brach den Tschechen insgesamt vier Mal und ließ ihm zu keinem Zeitpunkt die Chance, ins Spiel zu finden. Mit diesem Sieg verlängerte Shelton seine ungeschlagene Serie auf Hardcourt in Kanada auf mittlerweile zehn aufeinanderfolgende Partien — eine beeindruckende Bilanz, die seinen Status als klarer Favorit auf eine erfolgreiche Titelverteidigung unterstreicht.
Im Halbfinale am Mittwochabend (Ortszeit 18:00 Uhr) bekommt es Shelton mit Landsmann Learner Tien zu tun — ein rein amerikanisches Duell, das die Montreal-Fans schon jetzt in Vorfreude versetzt. Tien besiegte den Spanier Daniel Mérida in zwei Sätzen und reiste durch die Runden, ohne auch nur einen einzigen Durchgang abzugeben.
Jódar und Nakashima schreiben erstmals Masters-1000-Geschichte
Auf der anderen Seite des Tableaus treffen der Spanier Rafael Jódar und der US-Amerikaner Brandon Nakashima aufeinander — beide zum ersten Mal überhaupt in einem Masters-1000-Halbfinale. Jódar hatte sich im Viertelfinale gegen den Franzosen Arthur Fils durchgesetzt: Nach einem nervenaufreibenden Tiebreak im ersten Satz (7:6(5)) holte er den zweiten mit 6:3 klar. Es ist der bisher größte Erfolg in seiner noch jungen Karriere.
Nakashima lieferte die vielleicht beeindruckendste Leistung des gesamten Turniers ab, als er den Italiener Luciano Darderi mit 6:2, 6:3 abfertigte. Elf Asse, nur ein verlorenes Aufschlagspiel, kein einziger Break-Gegner, der wirklich zählt — die Zahlen sprechen für sich. Lediglich im zweiten Satz hatte Darderi vier Breakchancen, doch Nakashima wehrte alle ab und dominierte das Match von Beginn an mit seiner druckvollen Grundlinienstrategie.
Was erwartet uns im Halbfinale?
Das Halbfinale Shelton gegen Tien verspricht ein Duell zweier ähnlich gestrickter Akteure: Beide vertrauen auf einen starken Aufschlag, suchen früh den Winner und scheuen die langen Ballwechsel. Shelton bringt die Erfahrung des Titelverteidigers mit, Tien hingegen die Unbefangenheit eines Spielers, dem noch nichts zu verlieren scheint. Beide kennen sich aus der US-amerikanischen Nachwuchsszene bestens — ein persönliches Triebwerk für dieses Aufeinandertreffen.
Im ersten Halbfinale steht Jódar einem deutlich servestarken Gegner gegenüber. Nakashima wird versuchen, den Spanier mit seinem Aufschlag unter Druck zu setzen und früh auf den zweiten Ball zu spielen. Jódar dagegen wird auf sein solides Grundlinienspiel und seine Fähigkeit setzen, in engen Phasen kühl zu bleiben — wie er es im Tiebreak gegen Fils bewiesen hat.
Sollten beide Amerikaner ihre Halbfinals gewinnen, würden Shelton und Tien im Finale aufeinandertreffen — ein rein amerikanisches Endspiel bei einem Masters-1000-Turnier wäre ein historisches Ereignis. Bis dahin aber wartet am Mittwoch noch die nächste Hürde für alle vier Protagonisten.
Tennis Post Redaktion
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