Shapovalov übersteht das Norrie-Comeback
Denis Shapovalov steht im Finale des Mifel Tennis Open in Los Cabos. Der 27-jährige Kanadier setzte sich am Samstag gegen den ehemaligen Los-Cabos-Champion Cameron Norrie 6:3, 5:7, 6:4 durch und überstand dabei eine heikle Phase im zweiten Satz, als der Brite das Match nach einem verlorenen Auftaktsatz wieder ausgeglichen hatte. Im entscheidenden dritten Satz behielt Shapovalov die Kontrolle, nutzte seinen einzigen Breakball und sicherte sich in zwei Stunden und 41 Minuten den Einzug ins Endspiel. Es ist sein zweites aufeinanderfolgendes Finale in Baja California Sur.
Shapovalov ist der amtierende Champion: Im vergangenen Jahr gewann er das Turnier in Los Cabos, ohne einen einzigen Satz abzugeben, und bezwang im Finale Aleksandar Kovacevic 6:4, 6:2. Ein zweiter Titel in Folge würde Tennisgeschichte in diesem Turnier schreiben — und zugleich beweisen, dass die Formkurve von 2025 kein Einzelausreißer war, sondern der Beginn einer neuen Konstanz im Karriereweg des Linkshänders.
Géa: Der Finalist, den niemand kommen sah
Sein Finalgegner Arthur Géa schreibt indes eine Geschichte, die kaum zu erfinden wäre. Der 21-jährige Franzose war für den Challenger in Bloomfield Hills in den USA gemeldet — nicht für Los Cabos. Eine Kette von Flugausfällen und erzwungenen Umleitungen brachte ihn und seinen Trainer schließlich nach Mexiko. Dort nahm er einen Startplatz im Hauptfeld an und hat seither jeden Gegner besiegt, dem er begegnet ist. Am Samstag besiegte er Coleman Wong 7:6, 6:3 und zog in seinen ersten ATP-Tour-Final überhaupt ein.
Géa, geboren am 2. Januar 2005 in Velleron in der Provence, zählt seit seinem Halbfinaleinzug bei den US-Open-Junioren 2023 zu den spannendsten Nachwuchshoffnungen des französischen Tennis. Anfang 2026 gewann er seinen ersten Challenger-Titel in Nouméa (Neukaledonien), und in Los Cabos besiegte er auf dem Weg ins Finale unter anderem Francisco Cerundolo im Viertelfinale. Unabhängig vom Finalergebnis am Sonntag: Géa wird am Montag zum ersten Mal in seiner Karriere in die Top 100 der Weltrangliste einziehen, mit einem Sprung von mindestens 32 Plätzen im Live-Ranking.
Ein Duell der Kontraste
Das Finale am Sonntag präsentiert ein faszinierendes sportliches Kontrastprogramm. Shapovalov — linkshändig, mit einhändigem Rückhand, einem der gefährlichsten Aufschläge des Mittelfeldes und der Erfahrung aus Jahren im Spitzentenis — trifft auf einen Spieler, der mit 21 Jahren noch keine vergleichbaren Drucksituationen erlebt hat. Géa hat in dieser Woche gezeigt, dass er Druck absorbieren und im richtigen Moment zuschlagen kann. Aber Shapovalovs Servicedominanz und seine Fähigkeit, kurze Bälle am Netz abzuschließen, werden eine andere Herausforderung sein als alles, was der Franzose bisher in diesem Turnier gesehen hat.
Das Finale am Estadio Alejandro Burillo ist für den Sonntagabend angesetzt. Für beide Spieler geht es danach weiter in Richtung Montreal, wo das nächste Masters-1000-Turnier der Hartplatzsaison wartet — und wo Shapovalov im Erfolgsfall als frisch gekrönter Titelverteidiger anreisen würde.
Tennis Post Redaktion
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