Was für Alexandra Eala eine unvergessliche Reise war, endete am Montag in Toronto mit einem klaren Schlussstrich. Belinda Bencic bezwang die Philippinin 6:4, 6:0 und zog in das Viertelfinale des Rogers Cup ein — ein Ergebnis, das so deutlich ausfiel wie es die körperliche Verfassung von Eala nach zwei aussergewöhnlich intensiven Wochen vermuten liess. Für die Schweizerin ist es ein weiterer Schritt auf einem Weg, der sie wieder in die Spitzenklasse des Damentennis führt.
Eala nach zwei Wochen am Limit
Ealas Saison war schon vor Toronto aussergewöhnlich. Die 20-Jährige hatte in Washington in der Vorwoche ihren ersten WTA-Titel auf Profi-Niveau gewonnen — als erste Philippinin überhaupt — und trug diese Energie in den Kanadiern-Event hinein. Trotz einer Fussverletzung kämpfte sie sich durch die frühen Runden und hielt ihre Siegesserie aufrecht. Doch spätestens am Montag war der Tribut der letzten zwei Wochen unübersehbar. Alexandra Eala fand weder im ersten noch im zweiten Satz einen Rhythmus: Bencic brach ihren Aufschlag mehrfach, liess im zweiten Durchgang kein einziges Spiel zu und beendete das Match in zwei souveränen Sätzen. Das 6:4, 6:0 beschreibt weniger eine Schwäche Ealas als eine Stärke Bencics und die Grenzen des menschlichen Körpers nach einem aussergewöhnlichen Turnierprogramm.
Bencics Botschaft an das Feld
Belinda Bencic bewies in diesem Match genau jene Qualitäten, die sie einst zur Olympiasiegerin von Tokio gemacht haben: Ruhe unter Druck, ein zuverlässiger Aufschlag und die Fähigkeit, das Tempo des Gegners zu brechen. Die Schweizerin, die sich nach der Geburt ihres Kindes ihren Weg zurück ins Tourrampenlicht erkämpft, steht nun erstmals bei einem WTA-1000-Event in Kanada im Viertelfinale. Es ist nicht das erste positive Signal dieser Rückkehr — Bencic hat die Saison 2026 schrittweise aufgebaut und ihre Formkurve zeigt seit den Frühjahrsturnieren nach oben. Was in Toronto fehlt, ist bisher noch der Titelkampf gegen absolute Weltelite an einem großen Samstagabend. Das Viertelfinale gegen eine Spielerin aus der oberen Tableau-Hälfte, in der Swiatek, Shnaider und andere lauern, könnte genau die Prüfung sein, die zeigt, wie weit sie bereits ist.
Das Viertelfinale in Toronto
Im Viertelfinale des Rogers Cup treffen am Dienstag acht Spielerinnen aufeinander. Neben Bencic stehen Naomi Osaka, Coco Gauff, Elena Rybakina, Ekaterina Alexandrova, Elina Svitolina, Iga Swiatek und Diana Shnaider im Tableau der letzten acht. Osaka und Rybakina treffen in einem Duell aufeinander, das es auf der WTA-Tour bisher noch nie gegeben hat — beide haben noch nie in ihrer Karriere gegeneinander gespielt. Das ergibt sich aus Osakas Babypause und Rybakinas raschem Aufstieg: ein ungeschriebenes Kapitel des modernen Damentennis, das am Dienstag in Toronto erstmals aufgeschlagen wird. Ob Bencics Weg weiter geht, zeigt sich ebenfalls am Dienstag — ihre Gegnerin kommt aus der anderen Hälfte des Tableaus, wo Swiatek und Shnaider zu den Favoritinnen gehören.
Tennis Post Redaktion
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