Titelverteidiger Ben Shelton hat beim National Bank Open in Montreal ein unmissverständliches Zeichen gesetzt: Mit acht Assen und einem 6:3, 6:2-Sieg gegen den Belgier Zizou Bergs in lediglich 65 Minuten zog der US-Amerikaner ins Achtelfinale ein und unterstrich seinen Anspruch auf den zweiten Titel in Folge in Kanada.
Aufschlag als Waffe – 16 Punkte ohne Gegenwehr
Als fünfter Setzungsrang verstand sich Shelton auf dem Aufschlag nicht zu bezwingen. Im zweiten Satz gewann er alle 16 eigenen Aufschlagspunkte, produzierte drei Games zu Null und ließ Bergs keinerlei Chance, sich in den Match zurückzuspielen. Dazu kamen eine erste-Aufschlagquote von 70 Prozent – solide für seine Verhältnisse. „Es war ein guter Tag für mich, ich habe das Match gut verwaltet. Er hat anfangs sehr stark serviert. Ich musste mich anpassen, habe seinen Aufschlag gebrochen und danach nicht mehr lockergelassen", sagte Shelton nach dem Sieg. Es war gleichzeitig der erste Mal in dieser Saison, dass er aufeinanderfolgende Masters-1000-Siege verbuchte.
Im Achtelfinale wartet ein Wiedersehen mit dem Brasilianer João Fonseca, dem Bezwinger von Casper Ruud (7:6(6), 6:3) – derselbe Fonseca, dem Shelton im Viertelfinale von München Anfang der Saison das Weiterkommen verwehrt hatte. Doch Fonseca hat sich seither weiterentwickelt und gilt in einem stark ausgedünnten Tableau als gefährlichster verbliebener Gegner.
Tien bezwingt Landsmann Paul nach Maß
Learner Tien setzte seinen beeindruckenden Turnierlauf fort: Gegen Landsmann Tommy Paul gewann er 6:3, 6:2 und sammelte dabei 60 Punkte gegenüber 49 bei seinem Kontrahenten. Tien, der in dieser Woche bereits den legendären Gaël Monfils aus dem Turnier geworfen hatte, präsentierte sich vor allem auf Return stark. Im Achtelfinale trifft er auf den Argentinier Thiago Agustín Tirante, der seinerseits Montreal-Champion 2024 Alexei Popyrin ausgeschaltet hatte.
Menšík erstmals im Achtelfinale von Montreal
Für den Tschechen Jakub Menšík war es ein Premierenereignis: 7:5, 6:4 gegen Frankreichs Térence Atmane – und damit der erste Einzug in das Achtelfinale eines Masters-1000-Turniers in Montreal. Atmane erwies sich besonders im ersten Satz als hartnäckiger Gegner, bevor Menšík das Heft in die Hand nahm und den zweiten Satz souverän gestaltete. Als nächsten Gegner erhält er den Niederländer Botic van de Zandschulp, der das Turnier mit dem Sieg über Topfavorit Alexander Zverev aufgemischt hatte.
Offenes Tableau – kein klarer Favorit mehr
Mit dem Ausscheiden von Zverev, Medvedev und De Minaur hat das Tableau beim Montreal Masters jede Vorhersehbarkeit verloren. Die vier Achtelfinalpartien – Shelton gegen Fonseca, Tien gegen Tirante, Menšík gegen Van de Zandschulp sowie Tallon Griekspoor gegen Daniel Mérida – versprechen Überraschungen. Bemerkenswert ist zudem, dass der Spanier Rafael Jódar im Achtelfinale steht, nachdem er in dieser Woche zweimal Lorenzo Musetti bezwungen hatte.
Montreal 2026 könnte damit zum Turnier eines Überraschungssiegers werden – eines, der in einer anderen Woche vielleicht nicht einmal das Viertelfinale erreicht hätte, aber dank einer Serie von Spitzenleistungen genau im richtigen Moment aufgezeigt hat. Das Achtelfinale beginnt am Sonntag.
Tennis Post Redaktion
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