Erster Viertelfinaleinzug in Washington
Naomi Osaka steht erstmals in ihrer Karriere im Viertelfinale des WTA-Turniers in Washington. Die viermalige Grand-Slam-Siegerin gewann ihr Zweitrundenmatch am Mittwoch, als Ashlyn Krueger beim Stand von 6:3, 3:1 aus Osaka-Sicht wegen einer Verletzung am rechten Knöchel aufgeben musste. Die Amerikanerin hatte nach einer Behandlungspause entschieden, den Match nicht fortzusetzen.
Das Ergebnis schmeichelt dem Matchverlauf nicht — Osaka hatte die Partie zu diesem Zeitpunkt bereits klar im Griff. Im ersten Satz war die Japanerin über weite Strecken dominant: Sie schlug präzise aus der Grundlinie, fand früh im zweiten Set die Breaks und ließ Krueger kaum Möglichkeiten, Rhythmus aufzubauen. Die Aufgabe kam, als das Ergebnis ohnehin schon deutlich war.
Für Osaka reiht sich dieser Viertelfinaleinzug in eine Erfolgsserie ein, die in dieser Form zuletzt selten zu sehen war. Kurz vor Washington hatte sie das Finale beim Rasenturnier in Bad Homburg erreicht und bei Wimbledon das Viertelfinale gespielt — bemerkenswerte Ergebnisse auf einer Oberfläche, die nicht zu ihren bevorzugten zählt. Nun auf Hartplatz, ihrer ureigenen Stärke, zeigt sie die konstanteste Form seit mehreren Jahren.
Die US-Open-Maschine erwacht
Wer Osakas Karriere verfolgt, weiß, was es bedeutet, wenn sie kurz vor der US Open in Fahrt kommt. Drei US-Open-Titel (2018, 2020, 2023) sprechen eine klare Sprache. Auf den schnellen Hartplätzen von Flushing Meadows, wo ihr Aufschlag, ihr aggressives Rückhandspiel und die schwere Vorhand besonders zur Geltung kommen, ist sie für jeden Gegner eine ernsthafte Bedrohung. Das Problem der vergangenen Saisons war weniger die Qualität als die Konstanz — fehlende Matchpraxis und kleinere Rückschläge hatten es ihr schwer gemacht, Turnierform aufzubauen.
Die aktuelle Serie deutet auf einen Wandel hin. Drei aufeinanderfolgende Turniere mit Einzug in die Runde der letzten Acht oder besser sind kein Zufall. Sie zeigen eine Spielerin, die körperlich fit, mental stabil und spielerisch in einem Zustand ist, den Gegnerinnen ernst nehmen müssen.
Cocciaretto im Viertelfinale
Osakas nächste Gegnerin ist Elisabetta Cocciaretto, die sich in einem Dreisatz-Duell gegen Emma Navarro durchgesetzt hat. Die Italienerin zählt zu den laufstärksten Spielerinnen auf der WTA-Tour und lebt von ihrer Energie, ihrem Kampfgeist und ihrer Fähigkeit, auch gegen stärkere Aufschlägerinnen die Rallyes lang zu gestalten. Sie wird Osaka nicht mit Macht überwältigen wollen — sie wird versuchen, sie in lange Wechsel zu verwickeln.
Genau das macht die Partie zu einem interessanten Stilduell: Osakas Drang, den Punkt frühzeitig zu beenden, gegen Cocciarettos Geduld und Beweglichkeit. Auf einem schnellen Hartplatz in der Sommerhitze Washingtons werden die ersten Aufschläge den Ausschlag geben.
Starkes Turnierbild in Washington
Das WTA-Turnier in Washington hat diese Woche bereits einige Highlights geliefert. Alexandra Eala hat Titelverteidigerin Leylah Fernandez in einem bemerkenswerten Match eliminiert und ist ebenfalls im Viertelfinale. Ludmila Samsonova zog nach einem überzeugenden Zweisatzsieg über Xinyu Wang ins Viertelfinale ein. Die Runde der letzten Acht verspricht offene Spiele ohne klaren Favoriten.
Osakas Viertelfinale gegen Cocciaretto ist für Donnerstag angesetzt. Ein Sieg würde sie erstmals ins Halbfinale von Washington bringen — und ihren Schwung vor der US Open auf ein weiteres Niveau heben.
Tennis Post Redaktion
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