Die erste Weltrangliste nach Wimbledon hat es in sich: Alexander Zverev ist wieder die Nummer zwei der Welt, Flavio Cobolli feiert sein Top-10-Debüt, und zwei Wimbledon-Überraschungen machen die größten Sprünge des Jahres. Die Ausgabe vom Montag liest sich wie das Protokoll eines verrückten Tennis-Sommers.
Zverev zieht an Alcaraz vorbei
Mit 8.480 Punkten hat sich Zverev vor Carlos Alcaraz (8.160) auf Rang zwei geschoben. Der Finaleinzug in Wimbledon – als erster Deutscher seit Boris Becker 1995 – machte den Unterschied, während Alcaraz wegen seiner Verletzung am rechten Handgelenk seit April fehlt und Wimbledon komplett verpasste. Ganz oben bleibt alles beim Alten: Jannik Sinner thront mit 13.450 Punkten unangefochten an der Spitze.
Cobolli erstmals in den Top Ten
Dahinter schreibt Flavio Cobolli die nächste italienische Erfolgsgeschichte: Mit 3.460 Punkten steht der Italiener erstmals in den Top Ten – Rang neun bedeutet Career High. Cobolli hatte bereits Anfang Juni beim Fünfsatz-Finale von Roland Garros gegen Zverev auf sich aufmerksam gemacht. Ebenfalls auf Bestmarke: Alex de Minaur als neue Nummer fünf (4.110). Dahinter reihen sich Ben Shelton (3.770), Novak Djokovic (3.760) und Daniil Medvedev (3.670) auf den Plätzen sechs bis acht ein. Taylor Fritz dagegen rutschte drei Plätze ab und ist als Zehnter (3.365) das Schlusslicht der Top Ten. Félix Auger-Aliassime komplettiert das Spitzenfeld als Vierter (4.740).
Fery und Struff: die Kletterer der Woche
Die spektakulärsten Sprünge gelangen zwei Männern, die vor drei Wochen kaum jemand auf der Rechnung hatte. Der Brite Arthur Fery, als erst zweiter Wildcard-Halbfinalist der Open Era bis in die Vorschlussrunde gestürmt, verbesserte sich um 78 Positionen auf Rang 36 – und ist damit neue britische Nummer eins.
Und dann ist da Jan-Lennard Struff: Der 36-Jährige, in Wimbledon ältester Erstmals-Viertelfinalist der Open Era, kletterte um 33 Plätze von Rang 74 auf 41 – sein bester Stand seit November 2024.
Race to Turin: Sinner und Zverev schon durch
Auch im Race für die ATP Finals in Turin zeichnet sich ein deutsches Hoch ab: Sinner führt mit 1.410 Punkten Vorsprung vor Zverev – beide sind bereits für das Saisonfinale qualifiziert. Dahinter folgen Alcaraz, Cobolli, Daniil Medvedev, Novak Djokovic, Félix Auger-Aliassime und Alex de Minaur auf dem achten und letzten Qualifikationsplatz.
Tschechischer Doppelschlag bei den Damen
Bei den Damen sorgt das rein tschechische Wimbledon-Finale für Bewegung: Siegerin Linda Nosková springt von Rang zwölf auf sieben, Finalistin Karolína Muchová von neun auf sechs – beides Career Highs. An der Spitze bleibt Aryna Sabalenka (8.550) trotz ihres Achtelfinal-Aus gegen Naomi Osaka die Nummer eins vor Elena Rybakina (8.143). Titelverteidigerin Iga Świątek, in Wimbledon bereits in Runde drei gescheitert, ist dagegen aus den Top fünf gefallen.
Für Zverev ist der zweite Platz derweil mehr Ansporn als Endstation. Mit Blick auf die Verfolgungsjagd an der Spitze sagte er: „Wenn ich näher an sie herankomme … wäre das großartig. Dafür werde ich weiter hart trainieren.“ Der Rückstand des Roland-Garros-Champions auf Sinner beträgt in der Weltrangliste aktuell 4.970 Punkte.
Tennis Post Redaktion
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