Deutsche Damen in Wimbledon: Schwächstes Abschneiden seit 2008
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Deutsche Damen in Wimbledon: Schwächstes Abschneiden seit 2008

Vier von fünf deutschen Damen scheiterten glatt in Runde eins, nur Tatjana Maria überstand den Auftakt. Ein historischer Tiefpunkt mit vielen Baustellen.

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Tennis Post Redaktion

2 min read · 14. Juli 2026

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Foto: Foto: Wikimedia Commons

Während Alexander Zverev und Jan-Lennard Struff für deutsche Tennis-Feststimmung sorgten, spielte sich bei den Damen das Gegenteil ab: Wimbledon 2026 war für die deutschen Spielerinnen das schwächste Abschneiden seit 2008. Vier von fünf Starterinnen schieden bereits in der ersten Runde aus – allesamt glatt in zwei Sätzen.

Nur Maria gewann – dann kam Jovic

Einzig Tatjana Maria überstand den Auftakt und bezwang Yulia Putintseva. Doch schon in Runde zwei folgte die Ernüchterung: Gegen die erst 18-jährige Iva Jovic war Maria beim 1:6, 2:6 chancenlos – nach nur 68 Minuten war der letzte deutsche Damen-Auftritt im Einzel dieses Turniers beendet. Das einseitige Duell gegen die Teenagerin stand sinnbildlich für den deutschen Damen-Sommer.

Marias Frust-Sommer

Für Maria fügt sich das Erstrunden-Aus in Runde zwei in einen ohnehin frustrierenden Rasen-Sommer. Maria ist aus den Top 100 der Weltrangliste gefallen – und musste in Queen's eine bittere Erfahrung machen: Der Veranstalter verweigerte ihr die Wildcard zur Titelverteidigung. „It is sad, the reality is that they do not help us“, klagte ihr Ehemann. Maria antwortete auf dem Platz: Sie qualifizierte sich aus eigener Kraft für das Hauptfeld und schlug dort Maria Sakkari. Es war der Lichtblick eines ansonsten düsteren Rasen-Kapitels.

Lys' Rasen-Rückschlag

Auch für Eva Lys war Wimbledon ein Dämpfer. Lys, die am 5. Januar 2026 mit Rang 39 ihr Career High erreicht hatte, verlor ihr Auftaktmatch gegen Diana Shnaider – glatt in zwei Sätzen, wie alle deutschen Erstrunden-Niederlagen dieses Turniers. Der erhoffte nächste Schritt der deutschen Nummer-eins-Hoffnung blieb auf Rasen aus – ausgerechnet auf dem Belag, auf dem sich mit guten Ergebnissen die größten Sprünge machen lassen.

Siegemund verliert ihre Viertelfinal-Punkte

Besonders schmerzhaft ist das frühe Aus für Laura Siegemund. Die Erstrunden-Niederlage gegen die Belgierin Elise Mertens kostet sie die Punkte ihres Viertelfinal-Laufs von 2025 – im Ranking stürzt sie entsprechend ab. Ein kleiner Trost blieb: Im Doppel erreichte Siegemund an der Seite von Vera Zvonareva immerhin das Viertelfinale.

Komplettiert wurde das deutsche Erstrunden-Debakel von Tamara Korpatsch und Ella Seidel. Korpatsch erwischte mit Coco Gauff ein denkbar schweres Los, Seidel traf auf Linda Nosková – und damit, wie sich später herausstellen sollte, auf die spätere Wimbledon-Siegerin – die jüngste seit Petra Kvitová 2011. Es sind die Lose, die man als aufstrebende Spielerin braucht, um zu wachsen; an diesem Tag dokumentierten sie vor allem den Klassenunterschied.

Der Abstand zur Spitze ist real

Bleibt die nüchterne Bilanz: ein einziger Einzel-Sieg von fünf deutschen Starterinnen, kein Achtelfinale, keine Überraschung. Dass es auch anders geht, zeigte im DACH-Vergleich die Schweizerin Belinda Bencic, die als beste Spielerin der Region bis ins Achtelfinale kam. Bencic hatte in Runde drei ein Drei-Stunden-Epos gegen Anna Kalinskaya gewonnen und nahm anschließend Coco Gauff beim 6:4, 3:6, 4:6 kurz vor der Curfew immerhin einen Satz ab.

Für die deutschen Damen dagegen gilt: Das schwächste Wimbledon seit 18 Jahren ist dokumentiert – und mit Marias Sturz aus den Top 100 sowie Siegemunds Punkteverlust wird die Ausgangslage für die anstehende Hartplatz-Saison in Nordamerika nicht leichter.

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