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ATP

Deutsche Damen in Wimbledon: Schwächstes Abschneiden seit 2008

Vier von fünf deutschen Damen scheiterten glatt in Runde eins, nur Tatjana Maria überstand den Auftakt. Ein historischer Tiefpunkt mit vielen Baustellen.

Tennis Post Redaktion··2 Min. Lesezeit
Foto: Hameltion / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Während Alexander Zverev und Jan-Lennard Struff für deutsche Tennis-Feststimmung sorgten, spielte sich bei den Damen das Gegenteil ab: Wimbledon 2026 war für die deutschen Spielerinnen das schwächste Abschneiden seit 2008. Vier von fünf Starterinnen schieden bereits in der ersten Runde aus – allesamt glatt in zwei Sätzen.

Nur Maria gewann – dann kam Jovic

Einzig Tatjana Maria überstand den Auftakt und bezwang Yulia Putintseva. Doch schon in Runde zwei folgte die Ernüchterung: Gegen die erst 18-jährige Iva Jovic war Maria beim 1:6, 2:6 chancenlos – nach nur 68 Minuten war der letzte deutsche Damen-Auftritt im Einzel dieses Turniers beendet. Das einseitige Duell gegen die Teenagerin stand sinnbildlich für den deutschen Damen-Sommer.

Marias Frust-Sommer

Für Maria fügt sich das Erstrunden-Aus in Runde zwei in einen ohnehin frustrierenden Rasen-Sommer. Maria ist aus den Top 100 der Weltrangliste gefallen – und musste in Queen's eine bittere Erfahrung machen: Der Veranstalter verweigerte ihr die Wildcard zur Titelverteidigung. „It is sad, the reality is that they do not help us“, klagte ihr Ehemann. Maria antwortete auf dem Platz: Sie qualifizierte sich aus eigener Kraft für das Hauptfeld und schlug dort Maria Sakkari. Es war der Lichtblick eines ansonsten düsteren Rasen-Kapitels.

Lys' Rasen-Rückschlag

Auch für Eva Lys war Wimbledon ein Dämpfer. Lys, die am 5. Januar 2026 mit Rang 39 ihr Career High erreicht hatte, verlor ihr Auftaktmatch gegen Diana Shnaider – glatt in zwei Sätzen, wie alle deutschen Erstrunden-Niederlagen dieses Turniers. Der erhoffte nächste Schritt der deutschen Nummer-eins-Hoffnung blieb auf Rasen aus – ausgerechnet auf dem Belag, auf dem sich mit guten Ergebnissen die größten Sprünge machen lassen.

Siegemund verliert ihre Viertelfinal-Punkte

Besonders schmerzhaft ist das frühe Aus für Laura Siegemund. Die Erstrunden-Niederlage gegen die Belgierin Elise Mertens kostet sie die Punkte ihres Viertelfinal-Laufs von 2025 – im Ranking stürzt sie entsprechend ab. Ein kleiner Trost blieb: Im Doppel erreichte Siegemund an der Seite von Vera Zvonareva immerhin das Viertelfinale.

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Komplettiert wurde das deutsche Erstrunden-Debakel von Tamara Korpatsch und Ella Seidel. Korpatsch erwischte mit Coco Gauff ein denkbar schweres Los, Seidel traf auf Linda Nosková – und damit, wie sich später herausstellen sollte, auf die spätere Wimbledon-Siegerin – die jüngste seit Petra Kvitová 2011. Es sind die Lose, die man als aufstrebende Spielerin braucht, um zu wachsen; an diesem Tag dokumentierten sie vor allem den Klassenunterschied.

Der Abstand zur Spitze ist real

Bleibt die nüchterne Bilanz: ein einziger Einzel-Sieg von fünf deutschen Starterinnen, kein Achtelfinale, keine Überraschung. Dass es auch anders geht, zeigte im DACH-Vergleich die Schweizerin Belinda Bencic, die als beste Spielerin der Region bis ins Achtelfinale kam. Bencic hatte in Runde drei ein Drei-Stunden-Epos gegen Anna Kalinskaya gewonnen und nahm anschließend Coco Gauff beim 6:4, 3:6, 4:6 kurz vor der Curfew immerhin einen Satz ab.

Für die deutschen Damen dagegen gilt: Das schwächste Wimbledon seit 18 Jahren ist dokumentiert – und mit Marias Sturz aus den Top 100 sowie Siegemunds Punkteverlust wird die Ausgangslage für die anstehende Hartplatz-Saison in Nordamerika nicht leichter.

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