Jovic gegen Stearns: Rein amerikanisches Finale in Guadalajara
Die 18-jährige Titelverteidigerin Iva Jovic trifft im WTA-500-Finale von Guadalajara auf die 24-jährige Peyton Stearns — ein rein amerikanisches Duell.

Ein Finale der Superlative
Das Guadalajara Open erlebt am Samstag erstmals in seiner Geschichte ein rein amerikanisches Finale: Iva Jovic, 18 Jahre alt und als Weltranglisten-16. gesetzt, trifft auf ihre Landsfrau Peyton Stearns (Weltrangliste: 60). Die beiden haben sich auf WTA-Ebene noch nie gegenübergestanden — Samstag wird ihr erstes Aufeinandertreffen im Profitennis.
Jovic ist die amtierende Titelträgerin. Sie gewann das Turnier vor einem Jahr und kehrt nun als erfahrenere, gefestigtere Spielerin zurück. Stearns, sechs Jahre älter, bringt ebenfalls beachtliche Titelqualitäten mit: Sie gewann 2024 in Rabat und Anfang dieses Jahres in Austin — es wäre ihr drittes WTA-Finale, die beiden vorherigen hat sie gewonnen. Jovic stellt indes die glattere Form dieser Woche unter Beweis.
Das WTA-500-Turnier in Guadalajara findet auf schnellem Hartplatz auf mehr als 1.500 Metern Höhe statt — Bedingungen, die aggressiven Grundlinienspielerinnen entgegenkommen und dem Spiel eine besondere Dynamik verleihen. Jovic profitiert davon seit vergangenem Jahr, Stearns kommt erstmals als Finalistin in die mexikanische Metropole.
Jovic lässt Bucsa kaum Luft
Im Halbfinale am Freitag dominierte Jovic die Spanierin Cristina Bucsa mit 6:4, 6:1 in einer Stunde und 33 Minuten. Bucsa, die zuvor Magdalena Frech aus dem Turnier geworfen hatte, konnte dem Druck der Titelverteidigerin zu keiner Zeit standhalten. Schon im ersten Satz übernahm Jovic die Initiative und diktierte das Tempo mit ihrem flachen, aggressiven Grundlinienspiel. Der zweite Satz war ein klares Statement: Jovic ließ ihrer Gegnerin nur ein einziges Game.
Die Leistung unterstrich Jovics besondere Affinität für den Belag in Guadalajara. Auf den schnellen Hartplätzen in großer Höhenlage kommen ihr direkte Schläge und kompromisslose Rückschlagarbeit zugute. Durch die gesamte Turnierwoche hat sie noch keinen Satz abgegeben.
Stearns kämpft sich durch ein dramatisches Tiebreak
Peyton Stearns hatte es im Halbfinale deutlich schwerer. In einer Partie, die zwei Stunden und acht Minuten dauerte, setzte sich die Amerikanerin gegen die Russin Liudmila Samsonova mit 7:6(9), 6:2 durch. Das erste Match-Entscheidende war ein zähes Tiebreak, das erst beim Stand von 9:7 endete — ein psychologisch anspruchsvoller Kraftakt, aus dem Stearns als Siegerin hervorging. Im zweiten Satz fand sie anschließend deutlich freieren Zugang zum Spiel und ließ Samsonova nur noch zwei Games.
Bemerkenswert an Stearns' Auftritt war die mentale Stabilität, mit der sie die angespannte Phase des Tiebreaks überstanden und danach umgehend schalten konnte. Diese Qualität hat sie auch in ihren beiden bisherigen WTA-Finales gezeigt — beide gewonnen. Sie weiß, wie man entscheidende Partien gewinnt.
Prognose für das Finale
Jovic geht als Favoritin in die Partie. Sie ist die besser platzierte Spielerin, hat das Turnier bereits gewonnen, und ihr Weg ins Finale war weniger kräftezehrend als der von Stearns. Der Guadalajara-Belag begünstigt ihren Spielstil — flacher Balltreff, hohe Grundliniengeschwindigkeit, wenig Fehler unter Druck.
Stearns' Chance liegt darin, früh Rhythmus zu finden und die Titelverteidigerin mit variantenreichem Spiel aus der Bahn zu werfen. Gelingt ihr das nicht, könnte Jovic die ersten Sätze gewinnen und das Spiel schnell entscheiden. Ein Sieg von Jovic würde sie zur ersten Spielerin machen, die das Guadalajara Open zweimal in Folge gewinnt. Stearns könnte im Gegenzug als einzige aktive Spielerin in die Rekordbücher eingehen, die alle drei ihrer WTA-Finale gewonnen hat. Das Spiel ist für den Samstagabend (Ortszeit) angesetzt.
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