Korpatsch triumphiert in Hamburg – erste Deutsche seit Graf 1992
Tamara Korpatsch besiegte Anna Bondar 6:3, 6:3 und gewann das Hamburger WTA-Turnier – als erste deutsche Siegerin seit Steffi Graf im Jahr 1992.

Heimsieg mit historischer Dimension
Tamara Korpatsch hat am Sonntag Tennis-Geschichte geschrieben: Die 31-jährige Hamburgerin besiegte im Finale der Hamburg Open 2026 die Ungarin Anna Bondar mit 6:3, 6:3 und ist damit die erste deutsche Siegerin des Turniers seit Steffi Graf 1992. 34 Jahre warteten die deutschen Tennisfans auf diesen Moment – und er endete dort, wo er am schönsten enden konnte: auf dem Rothenbaum, vor dem Heimpublikum, mit einer Spielerin, die in Hamburg geboren und aufgewachsen ist.
Korpatsch spielte in ihrer Jugend auf denselben Courts, auf denen sie am Sonntag jubelte. Das macht den Triumph zu mehr als nur einem weiteren Turniersieg: „In meiner Heimatstadt zu spielen und diesen Titel zu gewinnen bedeutet mir die Welt. Das Publikum war die ganze Woche unglaublich", sagte sie nach der Siegerehrung. Der Applaus des Hamburger Publikums beim letzten Punkt sprach Bände.
Souveräne Vorstellung in zwei Sätzen
Das Finale verlief nach dem Geschmack der deutschen Fans: Korpatsch dominierte von Beginn an. Mit ihrem linkshand Aufschlag, flachen Grundlinienschlägen und präzisen Winkelschlägen führte sie Bondar in permanente Schwierigkeiten. Die Ungarin, die ihr erstes WTA-Tour-Finale erreicht hatte und eine starke Turnierwoche hinter sich hatte, fand schlicht keinen Rhythmus gegen eine Korpatsch, die auf Sand in dieser Form kaum zu bezwingen war.
Zweimal brach die Hamburgerin den Aufschlag der Gegnerin im ersten Satz, zweimal im zweiten. Unerzwungene Fehler blieben die Ausnahme, die langen Grundlinienduelle entschied Korpatsch mit beeindruckender Regelmäßigkeit für sich. Das Resultat: ein klares 6:3, 6:3, das die Kräfteverhältnisse in dieser Begegnung exakt widerspiegelt.
Zweiter Titel nach Cluj-Napoca – und was folgt
Hamburg ist der zweite WTA-Einzeltitel von Korpatschs Karriere. Den ersten gewann sie 2023 in Cluj-Napoca in Rumänien. In der Zwischenzeit blieb sie eine verlässliche Kraft in der Weltrangliste und stand regelmäßig in späten Runden auf der Tour – doch auf einen weiteren Titelgewinn musste sie bis zu diesem Sonntag warten.
Der Sieg am Rothenbaum wird Korpatsch im Ranking deutlich nach vorne katapultieren und sie einem Platz unter den Top 50 der Welt spürbar näher bringen. Für das deutsche Damentennis, das auf einen echten Durchbruch an der Weltspitze seit Jahren wartet, ist dieser Erfolg ein wichtiges Ausrufezeichen. Korpatsch bewies in dieser Woche, dass sie nicht nur Turniere überstehen, sondern auch Finals gewinnen kann – auf heimischem Boden, unter Druck, mit Souveränität.
Nächste Station: Nordamerika
Nach dem Triumph in Hamburg folgt der Wechsel auf den Hartplatz. Die nordamerikanische Saison beginnt mit den WTA-1000-Events in Washington und Montreal – Schauplätze, auf denen Korpatsch nun mit dem Selbstvertrauen einer frisch gekrönten Turniersiegerin antreten wird.
Auch die österreichische Teenagerin Lilli Tagger feierte am selben Wochenende ihren ersten WTA-Titel beim Livesport Prague Open. Die 18-Jährige ist nach ihrem Sieg gegen Daria Snigur nun die jüngste Spielerin der Top 50 der Welt – ein weiteres Zeichen dafür, dass der deutschsprachige Tennisraum im Sommer 2026 für Schlagzeilen sorgt.
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