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WTA

Märchen perfekt: Liutova gewinnt WTA-Titel bei Tour-Debüt

Die 16-jährige Kristina Liutova gewinnt bei ihrem WTA-Tour-Debüt in Memphis den Titel gegen Vidmanova 1:6, 6:1, 6:3 und ist die jüngste WTA-Siegerin seit Coco Gauff 2019.

Tennis Post Redaktion··2 Min. Lesezeit
Foto: Hameltion / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Vom Qualifying zur Trophäe in sieben Tagen

Kristina Liutova reiste als 16-jährige Qualifikantin mit einer Weltrangliste von rund Platz 714 nach Memphis — und kehrte als Titelträgerin zurück. Die russische Teenagerin besiegte die tschechische Qualifikantin Daria Vidmanova im Finale der Hologic WTA Memphis Classic mit 1:6, 6:1, 6:3 und vollendete damit eine der denkwürdigsten Turnierwochen der jüngeren WTA-Geschichte. Es war Liutovas erster Auftritt im Hauptfeld einer WTA-Tour-Veranstaltung überhaupt.

Der Endspielauftakt verlief nach dem Plan ihrer Gegnerin: Vidmanova dominierte den ersten Satz 6:1, und für einen kurzen Moment schien fraglich, ob das Märchen ein anderes Ende nehmen würde. Doch sobald Liutova ihr Spiel gefunden hatte, gab es kein Zurück mehr. Sie gewann neun Spiele in Serie, den zweiten Satz mit 6:1 und den dritten mit 6:3 — und überließ Vidmanova, die sich ihrerseits eindrucksvoll ins Finale gespielt hatte, kaum Luft zum Atmen.

„Ich habe dem Moment vertraut. Dem Schicksal vertraut. Und einfach gearbeitet und gearbeitet. Sonst nichts", sagte Liutova nach dem Matchball. „Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel. Ich will weitermachen."

Rekorde, die das Geschichtsbuch braucht

Liutova, geboren am 2. Februar 2010, ist die erste Spielerin des Jahrgangs 2010, die einen WTA-Tour-Titel gewinnt. Sie ist die jüngste WTA-Siegerin seit Coco Gauff, die 2019 in Linz als 15-jährige Lucky-Loserin triumphierte. Zudem ist sie erst die zehnte Spielerin in der gesamten WTA-Geschichte, die beim allerersten Hauptfeld-Auftritt auf Tour-Ebene den Titel holt — eine Liste, die Namen wie Martina Hingis und Jennifer Capriati enthält.

Ihr Weg ins Finale war alles andere als leicht. Im Achtelfinale schlug sie Turniertopsetzerin Jekaterina Alexandrowa 7:6(2), 4:6, 5:4, als die Russin verletzungsbedingt aufgeben musste. Danach folgte ein Sieg über die ehemalige Top-10-Spielerin Caty McNally, anschließend über Halbfinalistin Elvina Kalieva. Das Niveau in der zweiten Wochenhälfte war deutlich über dem, was ein WTA-250-Turnier normalerweise bietet.

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Aus Redmond auf die Weltbühne

Liutova tritt unter russischer Flagge an, lebt und trainiert jedoch seit 2020 in Redmond im US-Bundesstaat Washington. Tennessee und Memphis liegen geografisch nicht weit von ihrer Wahlheimat entfernt — ein persönliches Detail, das zu einer ohnehin emotionalen Woche passte.

Der Titel katapultiert sie von Position 229 auf rund 126 der Weltrangliste — ein Sprung von mehr als 100 Plätzen innerhalb einer einzigen Woche. Mit einem Ranking jenseits der 120 kann Liutova fortan bei einigen größeren Turnieren direkt im Hauptfeld antreten, ohne den Weg über die Qualifikation nehmen zu müssen. Das WTA-1000-Turnier in Toronto — mit Aryna Sabalenka als Topfavoritin — steht bereits in dieser Woche auf dem Programm. Für Liutova beginnt damit ein neuer Abschnitt ihrer Karriere, genau sieben Tage nachdem sie in Memphis ihren ersten Aufschlag im WTA-Hauptfeld abgegeben hat.

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