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ATP

USA-Duell in Montreal: Shelton und Nakashima schreiben Geschichte

Zum ersten Mal seit Roddick gegen Fish 2003 stehen beim Masters-1000-Finale in Montreal zwei Amerikaner – Titelverteidiger Shelton trifft auf Nakashima.

Tennis Post Redaktion··2 Min. Lesezeit
Foto: Partynia / Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Das ATP-Turnier in Montreal erlebt heute sein historisches Finale: Ben Shelton und Brandon Nakashima stehen sich um den Titel gegenüber. Damit treffen beim National Bank Open zum ersten Mal seit 2003 zwei US-Amerikaner in einem Masters-1000-Finale aufeinander — damals gewann Andy Roddick gegen Mardy Fish in Cincinnati. Shelton verteidigt seinen Titel aus dem Vorjahr, Nakashima steht in seinem ersten Masters-1000-Finale überhaupt.

Shelton kämpft sich verletzt ins Finale

Der Titelverteidiger zeigte im Halbfinale gegen Landsmann Learner Tien sowohl spielerische Überlegenheit als auch Kampfgeist. Beim Stand von 1:0 im zweiten Satz prallte Shelton mit Wucht gegen die Werbebande im Hinterfeld. Ein Turnierarzt behandelte eine Wunde an seinem linken Ellenbogen und dem Daumengrundgelenk — eine medizinische Auszeit war nötig, um die Blutung zu stoppen. Shelton ließ sich davon nicht beeindrucken und gewann klar mit 6:2, 6:3. Damit rächte er sich für zwei frühere Niederlagen gegen Tien. Gelingt ihm heute der Titelgewinn, wäre er der erste Spieler seit Rafael Nadal, der den Canadian Open erfolgreich verteidigt.

Nakashima übersteht vier Matchbälle gegen Jódar

Das erste Halbfinale schrieb seine eigene Geschichte. Nakashima rang den spanischen Teenager Rafael Jódar in 7:6 (3), 6:4 nieder, aber einfach war das keineswegs. Jódar, der in diesem Sommer eine der bemerkenswertesten Aufwärtsentwicklungen auf der ATP-Tour erlebt hat, rettete vier Matchbälle nacheinander. Das letzte Aufschlagspiel dauerte mehr als zehn Minuten und enthielt allein sechs Einstandsituationen — eine Nervenschlacht, die das Stadionpublikum in Atem hielt. Nakashima blieb letztlich die ruhigere Hand, servierte zum Sieg und erreichte damit zum ersten Mal in seiner Karriere ein Masters-1000-Endspiel. Seine Statistik im Match war beeindruckend: 28 Winner und 81 Prozent Punktgewinn auf den ersten Aufschlag. Es war der Nachweis, dass der 23-Jährige auf diesem Niveau mithalten kann.

5:0 — Sheltons persönliche Bilanz als Vorteil

Der Blick auf die Direktbilanz spricht eindeutig für Shelton: Fünf Mal begegneten sich die beiden bisher, fünf Mal gewann der Linkshänder aus Atlanta — darunter auch im Finale des Vorjahres in Toronto. Nakashima muss folglich eine Begegnung gewinnen, die er bisher nie gewonnen hat. Der Schlüssel wird sein, wie er mit Sheltons linken Aufschlag umgeht, der auf Hartplatz zu den unangenehmsten Deliveries der Tour zählt. Auf der anderen Seite trägt Shelton eine leichte Verletzung in das Endspiel — ob das seine Beweglichkeit beeinträchtigt, bleibt abzuwarten.

Das Finale in Montreal ist für 20 Uhr Ortszeit (Mitternacht MESZ) angesetzt. Für den amerikanischen Tennis-Nachwuchs ist es in jedem Fall ein Festtag — alle vier Halbfinalisten in Montreal kamen aus den Vereinigten Staaten, was eine beeindruckende Generationstiefe zeigt. Beide Finalteilnehmer haben in dieser Woche gezeigt, dass sie zu den ernsthaften Anwärtern auf das bald beginnende US-Open-Vorbereitungsturnier in Cincinnati und letztlich auf den Grand-Slam-Titel in New York zählen. Wer auch immer heute gewinnt: Der US-amerikanische Tennis-Herbst hat bereits begonnen.

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