Fehlstart als Nummer eins: Zverev scheitert in Paris an Musetti
Alexander Zverev verliert sein erstes Match als Weltranglistenerster: Lorenzo Musetti siegt in Paris 7:6 (5), 6:2 – Zverev: „Ich war schlecht.“

Der erste Auftritt als Nummer eins der Welt endete für Alexander Zverev mit einer Enttäuschung. Zwei Tage nachdem er offiziell an die Spitze der Weltrangliste gerückt war, verlor der topgesetzte Hamburger in der zweiten Runde des Masters in Paris gegen Lorenzo Musetti mit 6:7 (5), 2:6. Nach gut einer Stunde und 40 Minuten war das Match auf dem Court Central entschieden.
Musetti, der zum Auftakt Hubert Hurkacz in zwei Tiebreaks bezwungen hatte, war über die gesamte Distanz der stabilere Spieler. Der Italiener brachte alle zehn Aufschlagspiele durch, schlug 29 Winner (Zverev: 25) und leistete sich nur zwölf unerzwungene Fehler – Zverev kam auf 21. Im direkten Vergleich führt Musetti nun mit 4:2.
Zverev: „Ich war schlecht“
Zverev redete nach dem Match nichts schön. „Ich war schlecht. Es ist ganz einfach. Das war kein gutes Match von mir“, sagte er laut der Nachrichtenagentur AP. Zugleich lobte er Musettis Returns in den entscheidenden Momenten: Der Italiener habe „zwei sehr gute Returns“ geschlagen, hier könne „alles sehr, sehr schnell gehen“.
Die Niederlage kam überraschend, denn Auftaktmatches waren 2026 eigentlich Zverevs Stärke: Laut Tennis Majors hatte er vor Paris 16 seiner 17 ersten Turnierspiele gewonnen. Musetti ist erst der fünfte Spieler seit Einführung der Weltrangliste 1973, der einen neuen Branchenprimus in dessen erstem Match als Nummer eins schlägt. Vor ihm gelang das José-Luis Clerc, Sandon Stolle, Nicolas Escudé und Félix Auger-Aliassime, der 2022 im Davis Cup Carlos Alcaraz bezwang.
Die Debatte um die Nummer eins
Zverev, 29, steht nach der besten Saison seiner Karriere ganz oben. Er gewann mit den French Open und den US Open seine ersten beiden Grand-Slam-Titel, stand im Wimbledon-Finale und hat laut AP bereits Platz eins zum Jahresende sicher. Er ist nach Boris Becker erst der zweite deutsche Mann an der Spitze der Weltrangliste und der älteste Spieler seit mehr als 50 Jahren, der erstmals die Nummer eins wird.
Begünstigt wurde der Aufstieg durch den Ausfall von Jannik Sinner, der seine Saison im Oktober wegen einer Entzündung im rechten Knie beendete, sowie durch Verletzungs- und Müdigkeitsprobleme bei Carlos Alcaraz. Kritiker verweisen auf Zverevs Bilanz gegen die Elite: Laut Tennis365 stand er 2026 vor Paris bei 3:9 gegen Top-10-Spieler, gegen Alcaraz und Sinner verlor er in diesem Jahr alle sechs Duelle.
Das beschäftigt ihn sichtlich. „Die Nummer eins ist etwas, wovon jeder Spieler träumt. Aber ich habe das Gefühl, dass ich die einzige Nummer eins der Tennisgeschichte bin, die erklären muss, warum es in Ordnung ist, dass ich die Nummer eins bin“, sagte Zverev in Paris.
Nächster Halt: Turin
Am Ticket für die ATP Finals ändert das frühe Aus nichts – Zverev ist für das Saisonfinale in Turin vom 15. bis 22. November längst qualifiziert und wird dort als Nummer eins gesetzt sein. Nun bleibt ihm mehr Zeit zur Vorbereitung als geplant.
Musetti trifft im Achtelfinale auf den Franzosen Luca Van Assche, der am Mittwoch den an Position 15 gesetzten Learner Tien mit 7:6 (4), 6:4 ausschaltete.
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