Wawrinka sagt in Basel Adieu – Lehečka beendet eine grosse Karriere
Stan Wawrinka hat am Dienstagabend das letzte Match seiner Karriere bestritten. Gegen Jiří Lehečka verlor der 41-Jährige in Basel 5:7, 6:7 (2:7).

Um 23.01 Uhr war es vorbei. Stan Wawrinka hat am Dienstagabend bei den Swiss Indoors in Basel das letzte Match seiner Profikarriere gespielt. Der 41-jährige Waadtländer unterlag in der ersten Runde dem an Nummer acht gesetzten Tschechen Jiří Lehečka mit 5:7, 6:7 (2:7). Die St. Jakobshalle war laut «20 Minuten» pickepackevoll, immer wieder hallten «Allez Stan»-Rufe durch die Halle.
Das Turnier hatte die ganze Woche auf seinen Abschied ausgerichtet. Laut ATP war für Montag eine Abschiedszeremonie in der St. Jakobshalle angesetzt, nachdem Wawrinka bereits am Sonntag in der Pause des Super-League-Spiels des FC Basel gegen die Grasshoppers gefeiert worden war. Es war seine 19. und letzte Teilnahme an den Swiss Indoors.
Kämpferisch bis zum letzten Ball
Gegen den 17 Jahre jüngeren Weltranglisten-21. schenkte Wawrinka nichts her. Er servierte solide und zeigte einige jener legendären einhändigen Rückhand-Longlines, die ihn zu einem der gefürchtetsten Schlägern seiner Generation gemacht hatten. In längeren Ballwechseln unterliefen ihm mit der Rückhand allerdings auch zu viele Fehler. Jiří Lehečka, in diesem Herbst Finalist beim ATP-500-Turnier in Tokio, behielt in den entscheidenden Momenten die Nerven: Den ersten Satz holte er mit 7:5, das Tiebreak des zweiten Durchgangs dominierte er mit 7:2.
Es war das erste und einzige Duell der beiden. Der 24-jährige Tscheche steht damit in der zweiten Runde eines Feldes, in dem er zu den acht gesetzten Spielern gehört.
«Der perfekte Schluss»
Im Platzinterview flossen bei Wawrinka die Tränen, doch die Zufriedenheit überwog. «Das ist für mich der perfekte Schluss», sagte er laut «20 Minuten». «Es sind gerade gemischte Gefühle bei mir, aber tief im Innersten bin ich sehr glücklich.» Und mit Blick auf seine Laufbahn: «Das hätte ich mir früher nie erträumt.» Auch die ATP verneigte sich unmittelbar nach dem Matchball in den sozialen Medien: «The end of an incredible career! Merci, Stan.»
Die Bilanz ist tatsächlich aussergewöhnlich. Wawrinka gewann die Australian Open 2014, die French Open 2015 und die US Open 2016 – drei Grand-Slam-Titel in der Ära von Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic. Er war die Nummer drei der Welt, holte 2008 in Peking mit Federer Olympia-Gold im Doppel und gewann 2014 mit der Schweiz in Lille gegen Frankreich den Davis Cup. Laut Tennis Now stehen 16 Einzeltitel auf der ATP-Tour in seiner Bilanz.
Selbst jenseits der 40 setzte er noch Bestmarken: Nach ATP-Angaben hält Wawrinka mit zwölf Siegen seit März 2025 den Rekord für die meisten Tour-Siege nach dem 40. Geburtstag.
Skipiste statt Centre Court
An seiner letzten Pressekonferenz wurde Wawrinka mit stehenden Ovationen empfangen. Für die Zukunft freut er sich vor allem auf das Skifahren mit seiner Tochter Alexia – während der Karriere war das tabu. Ganz verabschiedet sich «Stan the Man» aber noch nicht vom Court: Bis zu einem Showmatch am 19. Dezember in Genf will er sich fit halten. Es dürfte sein letzter Auftritt vor Schweizer Publikum werden.
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