Mit Wildcard zum Titel: Zheng schreibt in Peking Geschichte
Zheng Qinwen schlägt Mirra Andreeva 7:5, 6:4 und gewinnt als erste Chinesin die China Open. Es ist ihr erster WTA-1000-Titel nach dem Comeback von der Ellbogen-OP.

Mit einer Wildcard ins Turnier gekommen, mit dem Pokal wieder heraus: Zheng Qinwen hat am Sonntag als erste Chinesin die China Open gewonnen. Die Olympiasiegerin schlug im Finale des WTA-1000-Turniers in Peking Mirra Andreeva mit 7:5, 6:4. Den ersten Matchball verwandelte sie mit einem Ass auf Andreevas Rückhandseite. Danach sank sie weinend auf den Platz.
Nach Angaben der WTA ist Zheng außerdem die erste Wildcard-Siegerin und mit Platz 54 die am niedrigsten platzierte Turniersiegerin in Peking seit der Neuauflage des Turniers 2004. Es ist ihr sechster Titel auf der WTA-Tour, ihr erster bei einem 1000er und ihr erster überhaupt seit Tokio Ende 2024.
Drei Satzbälle abgewehrt, dann elf Punkte am Stück
Die Entscheidung fiel im zehnten Spiel. Andreeva, an Nummer vier gesetzt, führte im ersten Satz 5:4 und hatte drei Satzbälle. Zheng wehrte alle drei ab, glich zum 5:5 aus und holte anschließend jeden einzelnen Punkt des Satzes. Am Ende waren es elf Punkte in Folge zum 7:5.
Im zweiten Durchgang stand es 4:4, ehe Zheng das entscheidende Break gelang, und nach 1:43 Stunden war der Titel perfekt. Es war ihr 14. Karrieresieg gegen eine Top-10-Spielerin und der dritte in dieser Saison.
Leicht war der Weg zum Titel allerdings nicht. Laut WTA gab Zheng im Turnierverlauf 78 Spiele ab. Das ist der Höchstwert für eine Siegerin auf Tier-I- bzw. 1000er-Niveau seit Einführung dieses Formats 1990. Die bisherige Marke hielt Belinda Bencic mit 66 Spielen in Toronto 2015. Am Ende fand Zheng aber ihren Rhythmus und gewann die letzten drei Partien in zwei Sätzen, darunter das 7:5, 6:2 im Halbfinale gegen Elise Mertens, die zuvor Iga Świątek ausgeschaltet hatte.
Comeback nach Ellbogen-OP
Der Titel krönt ein bemerkenswertes Comeback. Zheng, 2024 Olympiasiegerin in Paris und Finalistin bei den Australian Open, musste sich 2025 am Ellbogen operieren lassen und fiel mit der Verletzung am rechten Schlagarm fast ein halbes Jahr aus. Aus der früheren Nummer vier der Welt wurde zwischenzeitlich die Nummer 160.
Bei den US Open im August meldete sie sich mit dem Viertelfinaleinzug zurück und schlug dabei unter anderem Madison Keys und Iga Świątek. Mit dem Triumph in Peking kehrt sie nach Angaben der WTA in der neuen Weltrangliste in die Top 30 zurück.
Andreeva trotzdem bald Nummer drei
Für Mirra Andreeva ist die Niederlage nur ein kleiner Dämpfer. Die diesjährige Siegerin von Roland Garros hatte im Halbfinale Nikola Bartůňková mit 6:2, 6:2 abgefertigt. Am Montag soll sie erstmals auf Rang drei der Weltrangliste klettern. Laut WTA ist sie damit die drittjüngste Spielerin in diesem Jahrhundert unter den besten drei, nach Maria Sharapova und Kim Clijsters.
„Sie hat heute auf jeden Fall großartig gespielt“, sagte Andreeva über ihre Gegnerin. Sie erwartet, dass Zheng ihr Niveau „bald noch weiter steigern“ werde. Für sich selbst gelte: Sie könne nur versuchen, im nächsten Match etwas anders zu machen.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht. Am Montag, 12. Oktober, beginnt das WTA-Turnier in Wuhan, wo bereits elf Absagen eingegangen sind, darunter Elena Rybakina und Titelverteidigerin Coco Gauff.
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