Sinner beendet Saison: Zverev hat freie Bahn zur Jahresendnummer eins
Jannik Sinner fehlt wegen seines Knies bis Jahresende – auch bei den ATP Finals in Turin. Alexander Zverev führt das Race mit 800 Punkten Vorsprung an.

Die Saison von Jannik Sinner ist vorbei. Am Dienstag, 6. Oktober, gab der Weltranglistenerste in einem Video auf seinen Social-Media-Kanälen bekannt, dass er sein Knie behandeln lassen muss und deshalb 2026 kein Turnier mehr spielt. Davon profitiert vor allem einer: Alexander Zverev.
„Ich habe gemeinsam mit den Ärzten entschieden, dass ich eine Behandlung am Knie brauche. Das bedeutet, dass die Saison 2026 offiziell beendet ist“, sagte Sinner. Er müsse „auch an meine langfristige Karriere denken“ und werde alles tun, um wieder zu hundert Prozent fit zu werden.
Zverevs große Chance
Für Zverev ist die Lage damit so klar wie selten. Der Hamburger, der in diesem Jahr Roland Garros und die US Open gewonnen hat, führt das Live Race To Turin mit 8.750 Punkten an. Sinner folgt mit 7.950 Zählern, 800 dahinter, und kann nichts mehr dazugewinnen. Hält Zverev sein Niveau, wird er zum ersten Mal in seiner Karriere das Jahr als Nummer eins der Welt beenden.
In der wöchentlichen PIF-ATP-Weltrangliste steht Sinner vorerst noch ganz oben. Das wird nicht mehr lange so bleiben, denn die Rangliste rechnet über 52 Wochen. Die Punkte, die Sinner im Herbst 2025 geholt hat, darunter der Titel in Turin, fallen in den nächsten Wochen heraus, ohne dass er sie verteidigen kann. Zverev startet derweil als Topgesetzter beim Masters in Shanghai, das am Mittwoch begonnen hat.
Kein Turin, kein Davis Cup
Sinner verpasst damit Wien, das Masters in Paris, die Davis-Cup-Endrunde in Bologna und vor allem die Nitto ATP Finals in Turin vom 15. bis 22. November. Dort hat er 2024 und 2025 gewonnen, beide Male ohne Satzverlust, seine Bilanz beim Saisonfinale lautet 15:2. Gastgeber Italien muss beim Heimturnier also ohne seinen Topstar auskommen, sowohl in Turin als auch im Davis Cup.
Seit seinem Wimbledonsieg im Juli, seinem fünften Grand-Slam-Titel, hat Sinner kein Match mehr bestritten. Er fehlte auf der gesamten nordamerikanischen Hartplatztour samt US Open, beim ATP-500-Turnier in Peking und zuletzt auch in Shanghai. Eine genaue Diagnose hat sein Team nie veröffentlicht. Italienische Medien sprechen von einer Entzündung im rechten Knie.
Abruptes Ende einer Rekordsaison
Dabei hatte das Jahr für den Südtiroler historisch begonnen. Nach dem Halbfinal-Aus gegen Novak Djoković bei den Australian Open gewann er fünf Masters-1000-Turniere am Stück: Indian Wells, Miami, Monte-Carlo, Madrid und Rom. Damit komplettierte er den Career Golden Masters, und seine Serie wuchs auf 30 Siege in Folge, bevor sie in Roland Garros riss. Mit Wimbledon kommt er auf sechs Titel, so viele wie kein anderer Spieler auf der Tour. Laut Tennis Majors hat er zudem zehn Siege gegen Top-10-Spieler gesammelt, doppelt so viele wie jeder andere.
Seit dem Sommer hat ihn das Knie jedoch Turnier für Turnier zur Absage gezwungen. Statt eines überhasteten Comebacks setzt Sinner nun auf eine vollständige Genesung. Laut seinem Team soll die Behandlung jetzt genug Zeit lassen, um sich danach in Ruhe auf 2027 vorzubereiten. Einen Termin für die Rückkehr gibt es nicht, realistisches Ziel ist die Australien-Tour im Januar.
Bis dahin wird um die Titel ohne ihn gespielt. In Shanghai jagen neben Zverev auch Carlos Alcaraz, der gerade seinen Titel in Tokio verteidigt hat, und Peking-Sieger Djoković die letzten großen Punkte des Jahres.
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