Zverev übersteht Krimi gegen Landaluce – ein Sieg fehlt bis Platz eins
Alexander Zverev ringt in Wien Wildcard-Starter Martín Landaluce nach 3:05 Stunden mit 7:5, 3:6, 7:6 (13:11) nieder. Ein weiterer Sieg, und er ist die Nummer eins der Welt.

Der Weg an die Spitze führt über einen Krimi. Alexander Zverev hat sich beim ATP-500-Turnier in Wien mit größter Mühe in die zweite Runde gekämpft. Der topgesetzte Hamburger bezwang am Dienstagabend den spanischen Wildcard-Starter Martín Landaluce nach 3:05 Stunden mit 7:5, 3:6, 7:6 (13:11). Erst nach 24 Punkten im Tiebreak des dritten Satzes machte Zverev den Sack zu.
Damit fehlt ihm nur noch ein einziger Sieg: Erreicht Zverev in der Stadthalle das Viertelfinale, löst er am kommenden Montag Jannik Sinner an der Spitze der Weltrangliste ab. Der Südtiroler hatte am 6. Oktober wegen einer Verletzung am rechten Knie das Ende seiner Saison verkündet und kann bis dahin keine Punkte mehr sammeln.
Sinner hatte seit seinem Wimbledon-Triumph im Juli kein Match mehr bestritten und wird auch bei den ATP Finals in Turin fehlen, wo er in den vergangenen beiden Jahren den Titel geholt hatte. Für Zverev öffnet sich damit ein Fenster, auf das er seine gesamte Karriere hingearbeitet hat – bislang war Platz zwei seine beste Platzierung.
Landaluce verlangt Zverev alles ab
Der 20-jährige Madrilene, die Nummer 67 der Welt und erst in seiner ersten vollen Saison auf der ATP-Tour, zeigte keinerlei Respekt vor dem großen Namen. Nach dem knapp verlorenen ersten Satz übernahm Landaluce mit seiner wuchtigen Vorhand das Kommando, Zverev fand im zweiten Durchgang kaum Mittel beim Return. Nach dem Match zollte der Deutsche seinem Gegner großen Respekt: Landaluce habe an diesem Tag eine der besten Vorhände der Welt gehabt, kaum Fehler gemacht und ihn ans absolute Limit gebracht.
Zverev haderte zudem mit den Bedingungen. Die Bälle seien ungewöhnlich langsam, sein Aufschlag entfalte dadurch kaum Wirkung – am Ende standen nur acht Asse in drei Sätzen zu Buche. «Bin froh, dass ich einfach gewonnen habe», sagte er bei Sky.
«Würde mich riesig freuen»
Aus seinem großen Ziel macht Zverev keinen Hehl. «Ich würde mich riesig freuen, wenn ich hier die Nummer eins der Welt werden würde», sagte der 29-Jährige laut Eurosport. «Es gibt einem schon etwas, wenn man die großen Ziele in der Karriere auch erreicht.» Gelingt der nächste Schritt, wäre er der erste deutsche Mann an der Spitze der Weltrangliste seit Boris Becker 1991.
Gegner im Achtelfinale ist der Sieger der Partie zwischen dem Niederländer Tallon Griekspoor, der am Wochenende das Turnier in Brüssel gewonnen hat, und dem US-Amerikaner Brandon Nakashima.
Auch Alcaraz weiter
Der zweite Star des Turniers erledigte seine Auftaktaufgabe ebenfalls. Carlos Alcaraz, der nach der Verschiebung eines Events in Saudi-Arabien kurzfristig per Wildcard nach Wien gekommen war, setzte sich gegen Karen Chatschanow mit 6:4, 7:6 (5) durch. Für den Spanier war es im siebten Duell mit dem Russen der siebte Sieg.
Zverev hat das Turnier in der Stadthalle bereits 2021 gewonnen. Diesmal geht es um mehr als den zweiten Wiener Titel: Ein Sieg im Achtelfinale, und die Nummer eins gehört ab Montag ihm.
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