Struff holt Satz, Medwedew schlägt mit 21 Assen zurück
Jan-Lennard Struff ist in Shanghai nach Satzführung an Daniil Medwedew gescheitert. Der Russe gewann 4:6, 6:4, 6:3 – in seinem ersten Match nach der Disqualifikation von Peking.

Der Auftakt war vielversprechend, am Ende reichte es erneut nicht: Jan-Lennard Struff ist in der zweiten Runde des Masters-1000-Turniers in Shanghai ausgeschieden. Der Warsteiner gewann am Samstag den ersten Satz gegen Daniil Medwedew, musste sich dem an Nummer fünf gesetzten Russen aber noch mit 6:4, 4:6, 3:6 geschlagen geben.
Starker Beginn, dann die Aufschlagwand
Struff war mit Rückenwind in die Partie gegangen. In der ersten Runde hatte er den Spanier Martín Landaluce besiegt, und auch gegen Medwedew fand er gut ins Match. Den ersten Durchgang holte sich der Weltranglisten-59. mit 6:4 und brachte den früheren Weltranglistenersten damit früh in Bedrängnis.
Doch Medwedew stützte sich im weiteren Verlauf vor allem auf seinen Aufschlag. Insgesamt 21 Asse servierte der Russe – eine Quote, die Struff kaum Zugriff auf die Aufschlagspiele seines Gegners ließ. Medwedew glich mit 6:4 aus und setzte sich im Entscheidungssatz mit 6:3 durch.
Für Struff setzt sich damit eine unangenehme Bilanz fort: Medwedew führt im direkten Vergleich nun mit 10:2 Siegen. Der Russe ist zudem einer der konstantesten Hartplatzspieler dieses Jahres. Laut ATP hat der Shanghai-Champion von 2019 in der laufenden Saison bereits 31 Siege auf Hartplatz gesammelt, so viele wie kein anderer Spieler auf der Tour.
Erstes Match nach dem Eklat von Peking
Für Medwedew hatte die Partie eine besondere Bedeutung. Es war sein erstes Match seit seiner Disqualifikation bei den China Open. Im Halbfinale gegen Novak Djokovic hatte er am Montag, 5. Oktober, beim Stand von 5:7, 3:5 aus seiner Sicht einen Ball offenbar aus Frust auf die Tribüne geschlagen und dabei einen Zuschauer in der ersten Reihe getroffen. Der Mann wurde mit der Hand über dem linken Auge aus der Arena begleitet.
Medwedew sprach anschließend von einem Unfall und entschuldigte sich. Die Folgen waren dennoch erheblich: Er verließ das ATP-500-Turnier in Peking ohne Ranglistenpunkte und ohne Preisgeld – Berichten zufolge entgingen ihm dadurch 285.000 US-Dollar. Weil er in Shanghai als Gesetzter in der ersten Runde ein Freilos hatte, stand er nun erstmals wieder auf dem Platz.
Wie es weitergeht
In der dritten Runde trifft Medwedew auf den tschechischen Qualifikanten Dalibor Svrčina. Im Live-Race nach Turin liegt der Russe derzeit auf Rang acht und kämpft in den letzten Wochen der Saison um einen Platz bei den ATP Finals.
Aus deutscher Sicht ruhen die Hoffnungen in Shanghai nun vor allem auf Alexander Zverev. Der an Nummer eins gesetzte Hamburger hatte sich am Freitag trotz eines Schreckmoments am Knöchel gegen den Chinesen Wu Yibing mit 6:4, 7:6 in die dritte Runde gekämpft. Nach der Absage von Jannik Sinner, der seine Saison wegen einer Knieverletzung beendet hat, und dem Aus von Novak Djokovic gegen Hubert Hurkacz ist der Weg für Zverev in seiner Hälfte des Tableaus deutlich freier geworden.
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