Borges dreht Partie gegen Ruud – Struff oder Djokovic im Viertelfinale?
Nach einem 1:6 im ersten Satz schlägt Nuno Borges Casper Ruud in Basel noch 1:6, 6:3, 6:4. Im Viertelfinale könnte nun Jan-Lennard Struff oder Novak Djokovic warten.

In der St. Jakobshalle verlor Nuno Borges den ersten Satz gegen Casper Ruud in weniger als einer halben Stunde mit 1:6. Danach drehte der Portugiese die Partie. Am Mittwoch schlug er den an Nummer neun gesetzten Norweger in der zweiten Runde der Swiss Indoors Basel mit 1:6, 6:3, 6:4 und steht damit zum fünften Mal in dieser Saison in einem Viertelfinale auf der ATP-Tour.
Gemessen an der Weltrangliste ist das eine Überraschung: Borges ist die Nummer 53, Ruud die Nummer 25. Der Norweger war früher die Nummer zwei der Welt.
Fehlstart, dann die Wende
Lange sah nichts nach einer Wende aus. Laut der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa kam Borges schwer in die Partie. Auf dem schnellen Hallenbelag verlor er zweimal in Folge seinen Aufschlag, Ruud zog auf 5:1 davon und holte sich den Satz.
Im zweiten Satz kippte das Spiel. Die norwegische Zeitung Tipsbladet berichtet, dass Ruud zwei Breakbälle nicht nutzen konnte. Borges fand danach in die Ballwechsel und glich mit 6:3 aus. Im Entscheidungssatz blieb er stabil, gewann ihn 6:4 und beendete die Partie nach knapp 1 Stunde und 50 Minuten.
Bei A Bola erklärte Borges die Wende so: Er sei langsam ins Spiel gekommen, Ruud sei mit den Bedingungen anfangs besser zurechtgekommen. Gedreht habe sich das Match, als er die Breakbälle überstand, die genauso gut an Ruud hätten gehen können.
Bester Lauf auf 500er-Ebene in Reichweite
Schon in der ersten Runde hatte Borges einen Schweizer aus dem Turnier geworfen. Gegen Lucky Loser Mika Brunold gewann er nach 0:2-Rückstand zwölf der folgenden 14 Spiele und siegte mit 6:3, 6:1.
Für den 29-Jährigen ist es 2026 das zweite Viertelfinale bei einem ATP-500-Turnier, das erste erreichte er auf Sand in Barcelona. Laut A Bola war der Erfolg gegen Ruud sein 99. Sieg auf der ATP-Tour. Ein Halbfinale wäre sein bestes Ergebnis auf dieser Turnierstufe.
Borges ist in Portugal auf Sand groß geworden. Dass er nun auf einem schnellen Hartplatz in der Halle so weit kommt, zeigt, wie sehr sich sein Spiel entwickelt hat.
Ruuds schwierige Saison geht weiter
Ruuds Saison war von Verletzungen geprägt. Laut Tipsbladet musste er unter anderem für das Masters in Cincinnati und die US Open absagen. In Shanghai hatte er mit Siegen gegen besser platzierte Spieler das Viertelfinale erreicht und damit Hoffnung geweckt. In Basel brauchte er schon zum Auftakt drei Sätze, um den Schweizer Wildcard-Spieler Dominic Stricker mit 4:6, 7:5, 6:3 zu schlagen.
Der norwegische TV-Kommentator Christer Francke vermutete laut Tipsbladet, Ruud habe am Ende wohl das Gefühl gehabt, alles riskieren zu müssen, oder das Spiel sei ihm zu schnell geworden.
Struff oder Djokovic als möglicher Gegner
Aus deutscher Sicht ist interessant, wer im Viertelfinale auf Borges trifft. Laut A Bola kommt der Gegner aus der Partie zwischen Jan-Lennard Struff und dem Sieger des Erstrundenspiels von Novak Djokovic gegen Ugo Humbert. Struff hatte zum Auftakt den deutschen Qualifikanten Yannick Hanfmann mit 6:4, 6:3 geschlagen.
Djokovic spielt zum ersten Mal seit 2011 wieder in Basel. 2009 hat er das Turnier gewonnen. Setzt er sich gegen Humbert durch, wartet zunächst Struff auf ihn. Borges kann also im Viertelfinale entweder auf den Deutschen oder auf Djokovic treffen.
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