Matchball vergeben: Struff verpasst gegen Lehečka das Finale in Basel
Jan-Lennard Struff führte gegen Jiří Lehečka mit Satz und Matchball – und verlor doch 6:3, 5:7, 4:6. Der Tscheche trifft im Finale auf Valentin Vacherot.

Ein Punkt fehlte Jan-Lennard Struff zum größten Finale seit Jahren. Doch der 36-Jährige vergab bei den Swiss Indoors in Basel einen Matchball und unterlag im Halbfinale dem Tschechen Jiří Lehečka noch mit 6:3, 5:7, 4:6. Statt Struff steht damit Lehečka am Sonntag im Endspiel gegen Valentin Vacherot aus Monaco.
Die vergebene Chance bei 5:4
Lange lief alles für den Warsteiner. Wie schon in den Runden zuvor trat Struff selbstbewusst auf, nahm Lehečka früh im ersten Satz den Aufschlag ab und brachte seine eigenen Service-Games souverän durch. Den ersten Durchgang sicherte er sich mit 6:3.
Im zweiten Satz kam dann der Moment, der das Match drehte: Beim Stand von 5:4 hatte Struff laut tennisnet einen Matchball – und konnte ihn nicht nutzen. Lehečka blieb ruhig, holte den Satz mit 7:5 und setzte sich im Entscheidungssatz mit 6:4 durch. Ein Faktor war dabei der Aufschlag des Tschechen, der laut tennisnet auf 22 Asse kam.
Der Ärger dürfte bei Struff groß sein, denn die Woche in Basel war bis dahin außergewöhnlich. Im Achtelfinale hatte er im neunten Anlauf erstmals Novak Djokovic geschlagen, im Viertelfinale ließ er Nuno Borges beim 6:2, 6:3 keine Chance.
Sprung im Ranking
Ganz leer geht Struff trotzdem nicht aus. Laut tennisnet bringt ihm der Halbfinaleinzug rund 140.000 Euro Preisgeld und einen Sprung in der Weltrangliste von Platz 47 auf etwa Rang 39. Sein bislang einziger ATP-Titel bleibt damit der Triumph in München 2024 – auf eine zweite Trophäe muss der Sauerländer weiter warten.
Lehečka, der „Schweizer Schreck“
Für Lehečka ist es das neunte Finale auf der ATP-Tour, er spielt um seinen dritten Titel. Endspiele sind in dieser Saison allerdings nicht seine Stärke: Sowohl in Miami gegen Jannik Sinner als auch in Tokio gegen Carlos Alcaraz zog er den Kürzeren.
In Basel hat sich der 24-Jährige beim Heimpublikum wenig Freunde gemacht. Er bereitete Stan Wawrinka in dessen letztem Profimatch den Abschied und stoppte im Viertelfinale den Lauf des Weltranglisten-222. Jérôme Kym, der zuvor Topfavorit Ben Shelton ausgeschaltet hatte. Das Schweizer Fernsehen SRF taufte ihn deshalb schon den „Schweizer Schreck“.
Vacherot will zweiten Titel
Sein Finalgegner ist ebenfalls in Topform. Der Weltranglisten-31. Vacherot schlug im ersten Halbfinale Taylor Fritz mit 7:6 (7:5), 6:3 und lag im Tiebreak des ersten Satzes bereits 3:5 zurück. Der Monegasse hatte vor fast genau einem Jahr in Shanghai als Qualifikant seinen bislang einzigen ATP-Titel gewonnen und kann nun nachlegen.
Auch im Doppel endete der Samstag aus deutscher Sicht enttäuschend. Die topgesetzten Kevin Krawietz und Tim Pütz verloren ihr Halbfinale laut SRF gegen die Schweizer Henry Bernet und Dominic Stricker mit 4:6, 4:6. Für das Schweizer Duo bietet sich damit am Sonntag die Chance auf einen Titel vor heimischem Publikum in der St. Jakobshalle.
Das Einzelfinale ist laut SRF für Sonntag um 15:30 Uhr angesetzt. Am Montag beginnt bereits das Masters in Paris.
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