Alcaraz ist zurück: Erfolgreiches Comeback beim US Open in drei Sätzen
Nach 139 Tagen Verletzungspause feiert Carlos Alcaraz beim US Open 2026 sein Comeback und besiegt Roman Safiullin souverän mit 6:4, 6:4, 6:4 in zwei Stunden und 21 Minuten.

139 Tage Pause, dann drei souveräne Sätze: Alcaraz ist wieder da
Carlos Alcaraz hat am Montagnachmittag in New York sein lang erwartetes Comeback gegeben — und dabei keine Zeit mit Anlaufschwierigkeiten verschwendet. Der Titelverteidiger besiegte Roman Safiullin auf dem Arthur Ashe Stadium mit 6:4, 6:4, 6:4 in zwei Stunden und 21 Minuten. Es war sein erstes Einzel-Match auf der ATP-Tour seit 139 Tagen, nachdem ihn eine Handgelenksverletzung seit April außer Gefecht gesetzt hatte.
Die Diagnose lautete Tendovaginitis — eine Entzündung des Bindegewebes rund um die Sehnen am rechten Handgelenk, die er sich beim Barcelona Open zugezogen hatte. Die Verletzung zwang ihn, sowohl die French Open als auch Wimbledon auszulassen, zwei Grand-Slam-Turniere, bei denen er als Titelverteidiger angetreten wäre. Seine einzige Wettkampfpraxis dazwischen beschränkte sich auf ein gemischtes Doppel — weit entfernt von der Intensität eines Grand-Slam-Hauptfeldes im Einzel.
Auf dem Ashe war nichts davon zu spüren. Alcaraz brach früh in jedem Satz auf, verteidigte konsequent, als Safiullin Mitte des zweiten Satzes Druck aufzubauen versuchte, und schloss jeden Durchgang mit den Mitteln ab, die sein Spiel auszeichnen: flache Vorhand-Winner, improvisierte Stoppbälle, Tweener-Versuche, die das New Yorker Publikum auf die Beine brachten. Fünf von sechs abgewehrten Breakbällen belegen, dass der Wettkampfinstinkt vollständig intakt ist.
Selbstzweifel, schnell überwunden
„Ich habe alles vermisst", sagte Alcaraz nach dem Match über seine Monate abseits des Circuits. Er gestand ein, vor der Partie Zweifel gehabt zu haben, ob sein Körper ein vollständiges Best-of-Five-Format durchhalten würde — eine verständliche Sorge nach vier Monaten Pause. Diese Bedenken wurden rasch gegenstandslos. Schon zu Beginn des dritten Satzes war die Frage nicht mehr, ob er gewinnen würde, sondern wann.
Der 23-jährige Spanier tritt als zweite Setzlistenposition an, nachdem Weltranglistenerster Jannik Sinner wegen einer Knieverletzung abgesagt hatte. Alcaraz und der abwesende Sinner sind die einzigen aktiven Spieler mit US-Open-Titeln — was seine Rolle im Tableau zur Kerngeschichte dieses Turniers macht. Sein nächster Gegner ist der Portugiese Jaime Faria, der in der ersten Runde den amerikanischen Wildcard-Spieler Jenson Brooksby ausgeschaltet hat. Faria wird mehr Widerstand leisten als Safiullin, aber die Darbietung am Montag ließ keine Zweifel daran, dass Alcaraz vorbereitet ist.
Offenstes Tableau seit Jahren — und Alcaraz mittendrin
Das Gesamtbild des Männer-Tableaus ist ungewöhnlich offen. Novak Djokovic schied am Sonntag in der ersten Runde gegen Mariano Navone aus — das Ende einer mehr als zwanzigjährigen Serie, in der er bei jedem Grand Slam mindestens die zweite Runde erreicht hatte. Am Montag kam Arthur Fils, Cincinnati-Champion und einer der formstärksten Spieler des Sommers, gegen Stefanos Tsitsipas nicht über die erste Runde hinaus, obwohl er einen Satz und einen Break geführt hatte.
Spitzenspieler Alexander Zverev hat bis Dienstagmorgen noch nicht gespielt, mehrere andere Kandidaten haben ihren Erstrunden-Auftritt ebenfalls noch vor sich. In diesem Umfeld hat Alcaraz bereits ein deutliches Zeichen gesetzt. Er kehrte mit einem Dreisatz-Sieg, bei seinem Heim-Slam, als derjenige zurück, den niemand im Tableau gegenüberstehen möchte. Das Handgelenk hat gehalten. Der Tennis ist da. Die Titelverteidigung hat begonnen.
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