Zum Inhalt springen
ATP

Hanfmann knackt RG-Finalist Cobolli – Runde 3 in Montreal

Yannick Hanfmann besiegt Nummer-sechs-Gesetzten Flavio Cobolli 7-6(5), 7-6(2) in zwei Tiebreaks und steht erstmals 2026 in Runde 3 eines Masters-1000-Turniers.

Tennis Post Redaktion··2 Min. Lesezeit
Foto: si.robi / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Zwei Tiebreaks, ein Sieg – Hanfmann schaltet RG-Finalist Cobolli aus

Der deutsche Tennisprofi Yannick Hanfmann hat beim ATP-Masters-1000 in Montreal eine der Überraschungen der Turnierwoche geliefert: Er bezwang Nummer-sechs-Gesetzten Flavio Cobolli in der zweiten Runde mit 7-6(5), 7-6(2) nach zwei Stunden und elf Minuten. Cobolli hatte in dieser Saison für Aufsehen gesorgt, als er das Roland-Garros-Finale erreichte – dort unterlag er Alexander Zverev in fünf Sätzen – und gilt deshalb als einer der meistdiskutierten Aufsteiger der aktuellen ATP-Tour. Auf Hartplatz zeigt der Römer jedoch seit Wochen erhebliche Schwächen.

Das Match folgte in beiden Sätzen demselben Muster: kein einziges Break im regulären Spiel, alles wurde im Tiebreak entschieden. Im ersten setzte sich Hanfmann nach einem ausgeglichenen Verlauf 7:5 durch. Im zweiten gelang Cobolli zwischenzeitlich ein Break zum 4:4, das kurzzeitig Hoffnung weckte – doch Hanfmann reagierte sofort mit dem Re-Break und gewann den entscheidenden Tiebreak souverän mit 7:2. Ruhig, fokussiert und ohne größere Nervosität: So präsentierte sich der 32-Jährige aus Heidelberg in den wichtigsten Momenten der Partie.

Hanfmanns wichtigster Hartplatzsieg der Saison

Für Hanfmann, der aktuell um die 57 in der Weltrangliste steht, bedeutet der Einzug in die dritte Runde eines Masters-1000-Turniers ein echtes Highlight in seiner 2026er-Saison. Selten bekommt er auf diesem Niveau die Chance, sich gegen Gegner durchzusetzen, die zu den Top-10-Anwärtern der Saison zählen. Der Sieg gegen Cobolli ist der rangbeste Erfolg seiner bisherigen 2026er-Kampagne. Dass er es gegen einen Grand-Slam-Finalisten in überzeugender Manier schaffte, unterstreicht seine Qualität auf schnellen Belägen.

Cobolli, der sein Roland-Garros-Finale auch dem verletzungsbedingten Halbfinale-Rückzug seines Landsmanns Matteo Arnaldi zu verdanken hat, wirkt aktuell wie ein Spieler unter Druck: Auf Hartplatz fehlen ihm die taktischen Freiheiten, die ihm Sand bietet. In Montreal war er in den Tiebreaks merklich nervöser als sein Kontrahent – ein Bild, das sich seit Wimbledon wiederholt. Für den Römer geht es nun darum, schnell Vertrauen auf dem Untergrundwechsel zurückzugewinnen, wenn er seinen Platz in der Weltspitze langfristig absichern will.

Darderi weiter – Duell mit Shang in Runde 3

Ebenfalls in die dritte Runde eingezogen ist der Italiener Luciano Darderi, der vom verletzungsbedingten Aufgabe des Kanadiers Gabriel Diallo profitierte. Diallo, vom Heimspektakel in Montreal angeheizt, musste beim Spielstand von 6:4, 2:3 mit einem Knieproblem aufgeben – sichtlich erschüttert und unter den Augen seines enttäuschten Heimpublikums. Darderi wartet nun auf Juncheng Shang, den Chinesen, der am Dienstag fünf Matchbälle gegen Andrey Rublev abgewehrt hatte.

Historisch: Zverev beendet 2026 als Nummer eins der Welt

Das deutsche Interesse in Montreal richtet sich unterdessen vor allem auf Zverev, der als Topgesetzter erst ab Runde 3 eingreift. Der Roland-Garros-Champion 2026 geht als klarer Mitfavorit in die zweite Turnierwoche – mit Jannik Sinner und Carlos Alcaraz abwesend ist das Feld so offen wie selten zuvor. Hanfmann darf von einem möglichen Aufeinandertreffen mit dem Weltranglistenersten träumen, sollte er auch seinen nächsten Gegner besiegen.

Nächste Story

Struff holt Satz, Medwedew schlägt mit 21 Assen zurück

Jan-Lennard Struff ist in Shanghai nach Satzführung an Daniil Medwedew gescheitert. Der Russe gewann 4:6, 6:4, 6:3 – in seinem ersten Match nach der Disqualifikation von Peking.

Der Auftakt war vielversprechend, am Ende reichte es erneut nicht: Jan-Lennard Struff ist in der zweiten Runde des Masters-1000-Turniers in Shanghai ausgeschieden. Der Warsteiner gewann am Samstag den ersten Satz gegen Daniil Medwedew, musste sich dem an Nummer fünf gesetzten Russen aber noch mit 6:4, 4:6, 3:6…

Zur Story