Laver Cup: Zverev krönt Europa – Cobolli/Menšík machen den Weg frei
Alexander Zverev besiegt Learner Tien 7:6(3), 6:3 und sichert Team Europa den sechsten Laver-Cup-Titel. Kapitän Yannick Noah hebt den Pokal erstmals in die Höhe.

Zverev beendet das Finale mit dem entscheidenden Sieg
Team Europa ist zum sechsten Mal Laver-Cup-Sieger. Alexander Zverev besiegte Learner Tien am Sonntagabend in London 7:6(3), 6:3 und machte damit das Endresultat von 13:5 perfekt. Es war der Moment, auf den Kapitän Yannick Noah gewartet hatte: Der Franzose, der 1983 selbst Roland Garros gewonnen hatte, gewann damit seinen ersten Titel als Team-Europa-Captain.
Für Zverev persönlich ist der Abschluss dieses Laver Cups der krönende Abschluss eines historischen Jahres. Im Juni hatte er bei den French Open in Paris im Finale gegen Flavio Cobolli nach fünf Sätzen seinen ersten Grand-Slam-Titel gewonnen — der erste Grand-Slam-Triumph eines deutschen Tennisspielers seit Steffi Grafs Ära. Drei Monate später folgte der US-Open-Titel in New York, wo er Ben Shelton in vier Sätzen bezwang. Nun, im ersten Grand-Slam-losen Wochenende des Herbsts, hat er beim Laver Cup auch noch den Pokal in die Höhe gereckt.
Cobolli und Menšík im Doppel der Schlüssel zum Titelgewinn
Den Grundstein für den Triumph legten Cobolli und Jakub Menšík in der Tagessession des dritten Tages. Das Duo aus Italien und Tschechien schlug Alex de Minaur und Taylor Fritz 7:5, 6:3 und schob Europa auf 10:5. Damit bräuchte Team Welt jeden verbleibenden Punkt, um das Ergebnis noch zu drehen — eine rechnerische Unmöglichkeit nach diesem Doppelauftritt.
Zverev trat anschließend gegen Tien an, der für Team Welt das gesamte Wochenende über starke Auftritte gezeigt hatte. Der Hamburger ließ sich davon nicht beeindrucken, gewann den ersten Satz im Tiebreak deutlich mit 7:3 und schaffte im zweiten Durchgang mit 6:3 die Titeldurchsetzung. Der O2-Arena stand danach nicht mehr still: Kapitän Noah umarmte seine Spieler einzeln auf dem Court, bevor das Team gemeinsam den Pokal präsentierte.
Ein hart umkämpftes Turnier trotz des deutlichen Ergebnisses
Das Endresultat von 13:5 täuscht über den wahren Verlauf des Wochenendes hinweg. Am Samstag hatte de Minaur Zverev in einem packenden Match geschlagen, bevor Carlos Alcaraz in der Nacht gegen Taylor Fritz Matchbälle abwehrte und Europa auf 7:5 stellte. Selbst am Sonntag ließen sich zahlreiche Spiele erst in Tiebreaks entscheiden.
Team Welt-Kapitän Andre Agassi und sein Vizekaptän Patrick Rafter standen trotz der Niederlage hinter ihrer Mannschaft. Für die Weltauswahl sprachen Spieler wie Tien und Fritz über ein starkes Turnier, das mit etwas mehr Glück auch anders hätte ausgehen können. Der Laver Cup 2027 ist bereits für den nächsten Herbst angekündigt.
Blick nach vorn: Asien-Swing geht weiter
Während der Laver Cup Geschichte geschrieben hat, laufen die ATP-Turniere in China auf Hochtouren. In Chengdu kommt es heute zu Halbfinals zwischen Hubert Hurkacz und Denis Shapovalov sowie zwischen Alejandro Davidovich Fokina und Nikoloz Basilashvili. In Hangzhou spielen Daniil Medvedev und Roman Safiullin sowie Andrey Rublev und Kyrian Jacquet um einen Finalplatz.
Für Zverev selbst geht die Reise erst nach einer kurzen Pause weiter. Der nächste große ATP-Termin ist das Masters 1000 in Shanghai — ein Turnier, das er bereits in seiner Karriere gewonnen hat und bei dem er als Mitfavorit antreten wird. Bis dahin hat er seinen Akteuren Anfang Oktober Erholung gegönnt, doch das Laver-Cup-Wochenende in London hat gezeigt, dass seine Form auf ihrem Saisongipfel angekommen ist.
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