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ATP

Eklat in Peking: Medwedew disqualifiziert, Djoković im Finale

Beim Stand von 7:5, 5:3 traf Medwedew einen Zuschauer mit dem Ball und wurde disqualifiziert. Djoković steht bei 33:0 in Peking und trifft auf De Minaur.

Tennis Post Redaktion··3 Min. Lesezeit
Foto: Charles Ng / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Drei Punkte vor dem Ziel – dann der Eklat

So hatte sich Novak Djoković den Einzug ins Finale von Peking sicher nicht vorgestellt. Sein Halbfinale bei den China Open gegen Daniil Medwedew endete am Montag mit einer Disqualifikation: Der Russe wurde aus dem Turnier genommen, nachdem ein von ihm geschlagener Ball auf der Tribüne einen Zuschauer am linken Auge getroffen hatte.

Djoković führte 7:5, 5:3 und schlug beim Stand von 15:15 zum Matchgewinn auf. Laut ATP sprang der Ball nach dem Ende eines Ballwechsels von der Rückwand zurück, und Medwedew spielte ihn reflexartig weg. Der Ball flog ins Publikum und traf einen Fan in der ersten Reihe. Stuhlschiedsrichter und Supervisor berieten sich, dann war die Entscheidung gefallen: Disqualifikation. Nach Angaben von Sky Sports wurde der Zuschauer aus der Arena begleitet und anschließend ins Krankenhaus gebracht.

Bis dahin hatte sich ein packendes Duell entwickelt, das bereits zwei Stunden und 29 Minuten dauerte. Medwedew hatte vergangene Woche das Turnier in Hangzhou gewonnen und war in Peking auf dem Weg zu seinem achten Sieg in Serie. Im ersten Satz lag er mit Break vorn, doch Djoković kämpfte sich zurück und holte den Durchgang mit 7:5. Danach wehrte der Serbe Breakball um Breakball ab, laut Infosys-ATP-Statistik 16 von 18.

Medwedew: „Zu hundert Prozent ein Unfall“

Medwedew entschuldigte sich sofort. „Es tut mir schrecklich leid für den Zuschauer. Ich versuche, mit ihm in Kontakt zu kommen, wenn er das möchte. Hoffentlich kann ich mich persönlich entschuldigen. Ich hoffe einfach, dass es ihm gut geht“, sagte er. Absicht habe keine dahintergesteckt: „Es war zu hundert Prozent ein Unfall. Man sieht, dass ich den Ball nicht aus Wut geschlagen habe. Ich mache viele schlechte Dinge, aber Bälle zu misshandeln ist normalerweise nicht mein Ding.“

Auf die Absicht kommt es beim Regelwerk allerdings nicht an, und die Folgen sind hart. Medwedew verliert sämtliche in Peking gesammelten Weltranglistenpunkte und das Preisgeld. Berichten zufolge droht zusätzlich eine Geldstrafe. Und das ausgerechnet unmittelbar vor dem Masters in Shanghai, das am Mittwoch beginnt.

Djoković: „Ich weiß genau, wie sich das anfühlt“

Wenn einer die Lage nachvollziehen kann, dann Djoković. Bei den US Open 2020 war er im Achtelfinale gegen Pablo Carreño Busta disqualifiziert worden, nachdem ein im Frust weggeschlagener Ball eine Linienrichterin getroffen hatte. In Peking reagierte er entsprechend verständnisvoll.

„Ehrlich gesagt ein kleiner Schock. Die Person tut mir leid. Ich habe ehrlich gesagt nicht gesehen, was passiert ist. Ich hoffe, sie ist nicht schwer verletzt“, sagte Djoković. „Daniil tut mir auch leid. Ich weiß genau, wie es sich anfühlt, in einem großen Match disqualifiziert zu werden. Mir ist das 2020 bei den US Open unter ähnlichen Umständen passiert. Ich bin sicher, dass Daniil das nicht absichtlich gemacht hat.“

WTADjoković holt siebten Peking-Titel – De Minaur gibt verletzt auf

33:0 – und im Finale wartet De Minaur

In der Statistik steht damit der 33. Sieg im 33. Match in Peking. Für den sechsmaligen Champion ist es das siebte Finale bei den China Open und das 146. Endspiel seiner Karriere auf der Tour. Ein Sieg am Dienstag wäre Titel Nummer 102 und der erste seit dem Turnier in Athen vor knapp einem Jahr. Damit fehlte ihm nur noch einer zu den 103 Titeln von Roger Federer.

Gegner im Peking-Finale ist der an Position fünf gesetzte Alex de Minaur, der ebenfalls kampflos weiterkam. Hubert Hurkacz gab beim Stand von 4:6, 2:3 aus seiner Sicht mit Leistenproblemen auf, die schon im Viertelfinale behandelt werden mussten. De Minaur nannte den Polen anschließend „einen der nettesten Typen“ und wünschte ihm gute Besserung.

Zwei Halbfinals, zwei vorzeitige Enden. Für Djoković ist es nach dem Viertelfinalsieg über Alexander Zverev der nächste Schritt Richtung Titel, und am Dienstag will er seine makellose Bilanz in Peking auch gegen De Minaur verteidigen.

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