Mérida bezwingt Rublev: Spaniens 21-Jähriger schreibt Geschichte
Daniel Mérida (21) schlägt die Nummer 23 Andrey Rublev 6-7(3), 6-2, 6-4, 6-4 und steht erstmals in seiner Karriere in der dritten Runde eines Grand Slams.

Der nächste Spanier mischt New York auf
Spanien hat schon viele Tennistalente hervorgebracht — und Daniel Mérida scheint das nächste Kapitel dieser Geschichte zu schreiben. Der 21-Jährige besiegte am Donnerstag beim US Open 2026 den gesetzten Andrey Rublev mit 6-7(3), 6-2, 6-4, 6-4 und steht damit erstmals in seiner Karriere in der dritten Runde eines Grand-Slam-Turniers. Rublev, die Nummer 23 im Turnier und dauerhaft unter den besten 25 Spielern der Welt, hatte keine Antwort auf die Wucht und Konstanz des jungen Spaniers.
Der Sieg ist der größte in Méridas noch junger Laufbahn und passt nahtlos in eine Saison, die den Spanier Schritt für Schritt in die Weltspitze getragen hat. Für Rublev hingegen bedeutet das Zweitrunden-Aus erneut eine frühe Heimreise aus New York — ein Turnier, das ihm bislang nicht die erhofften Tiefenläufe beschert hat.
Spiel, Satz und Mentalität
Mérida begann die Partie keineswegs fehlerfrei. Der erste Satz war ausgeglichen, mit Rublev, der seine Erfahrung und seinen explosiven Vorhandschlag einsetzte, um den Tiebreak zu erzwingen — den er mit 7-3 gewann. Ein Rückstand, den viele junge Spieler nicht aufgeholt hätten.
Doch Mérida zeigte, was ihn in dieser Saison auszeichnet: Geduld und taktische Reife. Statt das Risiko zu erhöhen, verdichtete er sein Grundlinienspiel, zwang Rublev in lange Grundlinienduelle und nutzte jeden Fehler des Russen konsequent aus. Der zweite Satz endete 6-2 — ein klares Ausrufezeichen. Auch der dritte Satz (6-4) und der vierte Satz (6-4) gehörten dem Spanier. Rublev fand trotz wiederholter Anläufe keine Mittel mehr, um die Partie zu drehen.
Eine Saison der Meilensteine
Was Mérida in der zweiten Jahreshälfte 2026 geleistet hat, ist bemerkenswert. Im Mai erstmals in den Top 100 eingedrungen, folgte der Finaleinzug in Bukarest als Qualifikant — ein seltener Leistungsnachweis. Im Juli gewann er dann seinen ersten ATP-Titel in Umag, ohne einen Satz abzugeben auf dem Weg ins Finale. Den vorläufigen Höhepunkt markierte das Viertelfinale beim Masters-1000-Turnier in Montreal im August, das sein Karrierehoch von Rang 39 bescherte.
Sein Spielstil ist auf harten Böden besonders effektiv: schwerer Topspin von der Grundlinie, gute Feldpositionierung und die Fähigkeit, lange Ballwechsel mit konstantem Druck zu bestimmen. Bei den US Open kommt ihm der etwas langsamere Belag in der zweiten Wochenhälfte entgegen.
Michelsen als nächster Prüfstein
In der dritten Runde trifft Mérida auf den Amerikaner Alex Michelsen, der zuvor den gesetzten Landsmann Brandon Nakashima 6-3, 6-4, 6-4 eliminiert hatte. Zwei Spieler ohne Setzung, beide auf dem Weg in die zweite Woche — das Interesse dürfte groß sein, auch weil Michelsen auf Heimvorteil zählen kann. Für Mérida wäre ein Achtelfinale beim letzten Grand Slam der Saison 2026 der nächste logische Schritt auf dem Weg nach oben.
Für Rublev sind es dagegen erneut unbequeme Fragen nach dem frühen Ausscheiden. Der Russe zählt seit Jahren zu den konstantesten Spielern im ATP-Ranking, hatte aber gerade bei Grand Slams zuletzt Mühe, über die Viertelfinal-Runde hinaus zu kommen. Sein Aufschlag war an diesem Donnerstag nicht auf seinem gewohnten Niveau, und sobald Mérida die Initiative übernahm, fand Rublev keine Lösungen mehr. Das Kapitel US Open 2026 ist für den Russen nach zwei Runden beendet — das für Mérida hat gerade erst begonnen.
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