Neun Matchbälle: Muchová zittert sich in Peking an Osaka vorbei
Karolína Muchová gewinnt einen Krimi gegen Naomi Osaka und trifft nun auf Trainingspartnerin Bartůňková. Alexandrova fertigt Wimbledonsiegerin Nosková ab.

„Ich habe gezittert“, gab Karolína Muchová nach dem Match offen zu. Die an Nummer sieben gesetzte Tschechin brauchte im Achtelfinale der China Open am Dienstag neun Matchbälle, um Naomi Osaka mit 7:5, 1:6, 7:6 zu schlagen. Nach 2:52 Stunden stand sie im Viertelfinale von Peking.
Acht abgewehrte Matchbälle
Schon der Beginn war wild. Muchová lag im ersten Satz 1:4 zurück und holte ihn noch mit 7:5. Osaka antwortete mit einem klaren 6:1 und führte auch im Entscheidungssatz mit 3:1. Bei 5:4 und Aufschlag Osaka hatte Muchová ihre ersten Matchbälle, doch die Japanerin wehrte allein in diesem Spiel fünf ab und im Tiebreak drei weitere. Erst den neunten verwandelte Muchová, mit einem gefühlvollen Volley am Netz zum 9:7 im Tiebreak.
Laut Flashscore unterliefen ihr dabei 50 unerzwungene Fehler. „Ich habe ehrlich gesagt nicht geglaubt, dass ich das Match zu Ende bringe. So viele Matchbälle, ich wusste nicht mehr, wie viele“, sagte Muchová. „Sie hat die ganze Zeit stark und konstant gespielt. Ich bin froh, dass mir der letzte Volley gelungen ist.“
Es ist ihr viertes Viertelfinale auf WTA-1000-Ebene in diesem Jahr. Im Juli stand Muchová außerdem im Wimbledonfinale, das sie im tschechischen Duell gegen Linda Nosková verlor.
Tschechen-Duell unter Trainingspartnerinnen
Jetzt kommt es zum tschechischen Viertelfinale gegen Nikola Bartůňková. Die beiden trainieren im selben Prager Klub und spielen sich auch auf der Tour regelmäßig ein. Die Nummer 26 der Setzliste setzte sich zuvor in drei Sätzen gegen die Österreicherin Sinja Kraus durch und steht damit erstmals in einem WTA-1000-Viertelfinale, zwei Tage nach ihrer Überraschung gegen die topgesetzte Aryna Sabalenka.
Alexandrowa demontiert die Wimbledonsiegerin
Die größte Überraschung des Tages gelang Jekaterina Alexandrowa. Die an Nummer 19 Gesetzte ließ Wimbledonsiegerin Linda Nosková in 66 Minuten nur vier Spiele und gab keinen einzigen Aufschlag ab. Mit 31 Jahren ist sie die älteste Spielerin, die zum ersten Mal in Peking ins Viertelfinale einzieht.
Dort wartet Mirra Andreeva. Auch die an Nummer vier gesetzte 19-Jährige gab gegen die Ukrainerin Daria Snigur nur vier Spiele ab. In etwas mehr als einer Stunde schlug sie sechs Asse, kam auf 18 Winner bei 15 unerzwungenen Fehlern und nahm Snigur fünfmal den Aufschlag ab. Für Andreeva ist es das elfte Viertelfinale der Saison und der 48. Matchsieg 2026, mehr haben nur Jessica Pegula (50) und Elena Rybakina (49).
Der direkte Vergleich spricht allerdings für Alexandrowa, die beide bisherigen Duelle gewonnen hat: 2025 in Stuttgart und in diesem Jahr in Bad Homburg. „Ich habe sie noch nie geschlagen. Ich werde mein Bestes geben, um endlich den ersten Sieg gegen sie zu holen“, sagte Andreeva. Alexandrowa versucht, die Bilanz auszublenden: „Das erzeugt nur mehr Anspannung und Druck.“
Weil Rybakina und Sabalenka schon ausgeschieden sind, ist das Feld offen wie selten. Die übrigen Viertelfinalistinnen ermitteln am Mittwoch Coco Gauff und Elise Mertens sowie Iga Świątek und Iva Jovic. Die Viertelfinals sind für den 8. und 9. Oktober angesetzt.
Top-Stories der Redaktion
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Anisimova beendet Saison 2026 wegen Handgelenksverletzung
Die Weltranglisten-Elfte Amanda Anisimova spielt 2026 nicht mehr. Eine wiederkehrende Handgelenksverletzung kostet sie den Titel in Peking und die Finals-Chance.
Amanda Anisimova beendet ihre Saison 2026 vorzeitig. Die US-Amerikanerin gab am Montag bekannt, dass eine wiederkehrende Verletzung am linken Handgelenk sie für den Rest des Jahres außer Gefecht setzt. Eine Rückkehr ist erst 2027 geplant. "Ich habe mir erneut eine Handgelenksverletzung zugezogen, um die ich mich…