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ATP

Nishikoris letzter Tanz: Sieg in Washington in seinem Abschiedsjahr

Im Jahr seines Abschieds bezwingt Kei Nishikori Juncheng Shang 6:7(3), 6:3, 6:4 – der 452. Karrieresieg in Washington, wo er 2015 den Titel gewann.

Tennis Post Redaktion··2 Min. Lesezeit
Foto: si.robi / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Rückkehr an den Ort seines größten Titels

Kei Nishikori ist wieder in Washington – und er hat sofort eine Botschaft gesendet. Der 36-jährige Japaner, der im April 2026 sein Karriereende für den Saisonabschluss angekündigt hatte, erhielt für den Mubadala DC Open eine Wild Card und nutzte sie mit Überzeugung: Er bezwang den Chinesen Juncheng Shang 6:7(3), 6:3, 6:4 in 2 Stunden und 31 Minuten und steht damit in der zweiten Runde des ATP-500-Turniers.

Der Sieg fiel nicht ohne Kampf. Shang holte sich den ersten Satz im Tiebreak, und kurz sah es so aus, als könnte der sentimentale Held früh ausscheiden. Doch Nishikori ist ein Meister des Widerstands – seine gesamte Karriere war geprägt von Kämpferherz und präzisem Timing. Ab dem zweiten Satz fand er seinen Rhythmus, schloss den dritten Durchgang souverän ab und erklärte hinterher: „Es war zunächst nicht einfach. Wir waren beide unsicher, aber ab dem zweiten Satz spielte ich besser – und der dritte Satz war sehr solide."

Sieg Nummer 452 und zwanzig Jahre Konstanz

Der Erfolg war der 452. Karrieresieg des ehemaligen Weltranglistenvierten auf der ATP Tour – und sein erster seit dem Genf-Turnier im Mai 2025. Nishikori verlängerte damit eine beeindruckende Kontinuität: Von 2007 bis 2026 gewann er in jeder Saison mindestens ein ATP-Match, zwanzig aufeinanderfolgende Jahre ohne Ausnahme.

Washington trägt für ihn eine besondere Bedeutung. 2015 gewann er hier den Titel, besiegte im Finale John Isner nach Satzverlust und zeigte genau jene mentale Stärke, die ihn so lange in der Weltspitze hielt. Neben dem US-Open-Finale 2014 – als erster Asiate überhaupt in einem Grand-Slam-Herrenfinale der Open Era – gehört dieser Titel zu den strahlendsten Momenten seiner Laufbahn. Diese Woche ist bereits sein neunter Hauptfeldauftritt in der US-Hauptstadt.

In Interviews vor dem Turnier sprach Nishikori offen über die körperlichen Beschwerden, die ihn zur Entscheidung geführt haben. Er beschrieb gleichzeitige Schmerzen in drei oder vier Körperbereichen – ein Zustand, der das notwendige Training kaum noch zuließ. Seit er seinen Kalender entschleunigt hat und das Ende als Befreiung begreift, hat sich etwas verschoben: „Ich fange an, Tennis wieder zu lieben, wenn ich mich meinem Abschluss nähere."

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Nächste Runde: Fils oder Jodar

Japanische Fans begleiteten seine Trainingseinheiten in Washington mit Fahnen und Trikots in der Hand – ein Bild, das zeigt, welche Faszination Nishikori in seiner Heimat nach wie vor auslöst. Seine letzten Turniere sind für Herbst 2026 in Asien geplant, bevor die Karriere eines der elegantesten Spieler seiner Generation endet.

Im zweiten Runde des DC Open trifft er auf den Sieger aus dem Erstrundenduell zwischen Arthur Fils und Rafael Jodar. Fils, derzeit in den Top 15 der Weltrangliste, wäre eine erhebliche Herausforderung für einen Spieler, dessen Ranking weit außerhalb der Top 200 liegt. Nishikori spielt weiter – und das Publikum in Rock Creek Park dankt es ihm.

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