Ostapenko gibt verletzt in Toronto auf – und zeigt dann Hassnachrichten
Jelena Ostapenko musste ihr Zweitrundenspiel in Toronto beim Stand 0:6, 0:4 verletzt aufgeben. Danach veröffentlichte sie schockierende Hass- und Drohnachrichten, die sie nach der Niederlage erhalten hatte.

Vorzeitiges Aus beim Stand 0:6, 0:4
Jelena Ostapenko ist beim National Bank Open 2026 in Toronto im zweiten Rundenmatch verletzt ausgeschieden. Die an Position 26 gesetzte Lettin verlor den ersten Satz gegen Shuai Zhang mit 0:6, bevor sie nach dem dritten Spiel des zweiten Durchgangs eine medizinische Auszeit verlangte. Kurz nachdem das Spiel wieder aufgenommen worden war, entschied sie sich zur Aufgabe. Endstand: 0:6, 0:4 für Zhang.
Die genaue Natur der Verletzung wurde offiziell nicht bekanntgegeben. Ostapenko war im Verlauf des zweiten Satzes sichtlich in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und konnte den aggressiven, offensiven Grundlinien-Stil, für den sie bekannt ist, zu keinem Zeitpunkt des Matches entfalten. Shuai Zhang, die 37-jährige chinesische Veteranin, zieht damit ins Achtelfinale ein und trifft dort auf Weltranglistenerste Aryna Sabalenka.
Nachrichten, die sie danach erhielt
Die größere Wirkung hatte jedoch nicht das Ergebnis selbst, sondern das, was Ostapenko im Anschluss auf Instagram veröffentlichte. Die 29-Jährige stellte in ihren Stories eine Reihe von Nachrichten ein, die sie nach der Niederlage erhalten hatte. Der Inhalt war verstörend.
Eine der abgebildeten Nachrichten lautete: „Wenn du mal eine Mahlzeit auslässt, gewinnst du vielleicht auch mal ein Spiel." Andere enthielten explizite Bedrohungen. Ostapenko kommentierte die Screenshots mit den Worten: „Das sind die tollen Nachrichten, die man nach einem wirklich schlechten Tag auf dem Platz bekommt, wenn man sich körperlich nicht wohlfühlt."
Sie ergänzte: „Das ist es, womit Profisportlerinnen nach fast jeder Niederlage konfrontiert werden." Der Post verbreitete sich rasch in der weltweiten Tenniswelt — zum einen wegen der Schwere der abgebildeten Botschaften, zum anderen wegen der Direktheit, mit der Ostapenko sie öffentlich machte.
Eine seltene öffentliche Aussage zu einem bekannten Problem
Der Missbrauch, dem Spielerinnen nach Niederlagen in sozialen Medien ausgesetzt sind — häufig verbunden mit Sportwetten auf das jeweilige Ergebnis — ist in Tenniskreisen bekannt, wird aber kaum je öffentlich thematisiert. Ostapenko erklärte, dass sie regelmäßig auch lebensbedrohliche Nachrichten nach Verlusten erhalte, nicht nur körperbezogene Beleidigungen wie die veröffentlichten.
Dass eine Spielerin ihres Kalibers — Wimbledon-Halbfinalistin und Roland-Garros-Siegerin 2017 — solche Screenshots gezielt publik macht, ist eine Ausnahme. Die Reaktion unterstreicht, wie wenig sich an den Strukturen geändert hat, die derartige Nachrichten ermöglichen.
Fitness für die US-Open-Serie fraglich
Sportlich hinterlässt der frühe Abgang in Toronto offene Fragen. Ostapenko hatte mit dem WTA-1000-Turnier auf einen soliden Härte-Auftakt vor den US Open gehofft. Wie schwer die Verletzung ist und ob sie auf weiteren Hartplatzturnieren vor dem Grand Slam in New York antreten kann, ist derzeit unklar.
Auf der anderen Seite des Netzes bereitet sich Shuai Zhang auf die schwierigste Aufgabe ihrer jüngeren Karriere vor: Im Achtelfinale wartet Sabalenka, die beim Turnier in Toronto bereits ihren 13. Hartplatzsieg in Folge verbucht hat und in dieser Saison auf belag-übergreifender Ebene in bisher unbekannter Form spielt.
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