Shelton gegen Tiafoe: Historisches All-American-Halbfinale in New York
Zum ersten Mal seit Andy Roddick ist ein amerikanischer Mann für das Finale der US Open gesetzt. Shelton und Tiafoe treffen am Freitag aufeinander.

23 Jahre Warten — ein Amerikanischer Finalist ist garantiert
Seit Andy Roddick steht erstmals wieder ein amerikanischer Mann im Finale der US Open. Das historische All-American-Halbfinale zwischen Ben Shelton und Frances Tiafoe ist für Freitagabend auf dem Arthur Ashe Stadium angesetzt. Gleichgültig, wer gewinnt — das amerikanische Tennis erlebt am Sonntag seinen ersten männlichen Grand-Slam-Finalisten seit Roddick. Sheltons epischer Nacht-Thriller gegen Carlos Alcaraz und Tiafoes Comeback aus zwei Sätzen Rückstand gegen Alex Michelsen haben den Weg für dieses Duell geebnet.
Tiafoe dreht alles um
Tiafoes Viertelfinale schien lange verloren: Zwei Sätze lagen er hinter Michelsen zurück (5:7, 3:6), bevor der 28-Jährige aus Maryland die entscheidende Wende einleitete. Mit 7:5 im dritten, 6:3 im vierten und einem dominant gewonnenen Super-Tiebreak (10:6) verwandelte er eine beinahe sichere Niederlage in einen der größten Comebacks des Turniers. Es war nicht das erste Mal: 2022 hatte Tiafoe an gleicher Stelle Titelverteidiger Rafael Nadal eliminiert und als erster Amerikaner seit Jahren das Halbfinale der US Open erreicht — damals scheiterte er an Casper Ruud. Diesmal will er weitergehen.
Shelton hatte sein Geschichtskapitel bereits in der Nacht davor geschrieben. Um 3:33 Uhr morgens — der späteste Match-Abschluss in der Geschichte der US Open — bezwang der 23-Jährige aus Georgia Carlos Alcaraz im fünften Satz-Tiebreak. Sheltons explosiver Aufschlag, der regelmäßig 220 km/h übersteigt, und sein aggressives Netzspiel setzten den Titelverteidiger von Beginn an unter Druck. Das Ergebnis war eine der aufregendsten Nächte, die Flushing Meadows je gesehen hat.
Arthur Ashe als Symbol
Das Halbfinale trägt über seinen sportlichen Rahmen hinaus eine besondere historische Bedeutung: Sowohl Shelton als auch Tiafoe sind afroamerikanische Spieler, die auf dem nach Arthur Ashe benannten Stadium um den Finaleinzug kämpfen. Ashe war 1968 der letzte schwarze Amerikaner, der die US Open gewann — ein Bezug, den beide Spieler im Laufe des Turniers offen angesprochen haben. Tiafoe betonte mehrfach, was ein tiefer Lauf hier für die Gemeinschaft junger schwarzer Tennisspieler bedeutet.
Im direkten Vergleich führt Shelton mit 3:1, darunter ein Sieg auf diesem Platz im Viertelfinale 2023. Tiafoe glich zuletzt 2024 aus. Mit 26 Hartplatz-Siegen in dieser Saison — mehr als jeder andere Spieler auf der ATP-Tour — geht Tiafoe mit dem besseren Formcheck in dieses Duell.
Zverev oder Khachanov im Finale
Auf der anderen Seite des Tableaus steht das zweite Halbfinale zwischen dem topgesetzten Alexander Zverev und Karen Khachanov. Zverev hat in diesem Jahr alle vier Grand-Slam-Halbfinale erreicht und ließ van de Zandschulp im Viertelfinale keine Chance (6:2, 7:5, 6:1). Er ist der klare Favorit. Khachanov zog ins Halbfinale ein, nachdem sein Gegner verletzungsbedingt aufgeben musste. Zverev, der noch immer auf seinen ersten Grand-Slam-Titel wartet, würde im Finale gegen einen amerikanischen Gegner vor der wohl größten Aufgabe seiner Karriere stehen. Das Finale der Männer ist für Sonntag, den 13. September, in der US Open 2026 angesetzt.
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