Sinner sagt Shanghai ab – Zverevs Chance auf Platz eins lebt
Jannik Sinner hat seit Wimbledon kein Match bestritten und fehlt nun auch in Shanghai. Alexander Zverev kann dort erstmals die Nummer eins werden.

Die Tür zur Spitze der Weltrangliste steht für Alexander Zverev weiter offen. Jannik Sinner hat seine Teilnahme am Rolex Shanghai Masters abgesagt. Grund ist die Knieverletzung, wegen der der Italiener seit seinem Wimbledon-Titel im Juli kein Match mehr bestritten hat. Die Absage teilte er am Samstag in einer Instagram-Story mit.
„Leider werde ich dieses Jahr nicht wie erhofft beim Rolex Shanghai Masters spielen können“, schrieb Sinner. „Ich spiele immer gern vor den Fans in Shanghai, und es tut mir sehr leid, dass ich das nächste Woche nicht tun kann.“
Die Rechnung für Zverev
Für Zverev ist Shanghai damit das entscheidende Turnier im Herbst. Der Hamburger gewann 2026 sowohl die French Open als auch die US Open. Im Race to Turin liegt er seit New York vor Sinner, in der PIF-ATP-Weltrangliste aber weiterhin auf Platz zwei. Tennis Majors beziffert den Stand auf 11.000 Punkte für Sinner und 9.670 für Zverev. Weil Sinner in Shanghai nur 50 Punkte verteidigen muss, kann Zverev während der zwei Turnierwochen erstmals die Nummer eins werden.
Der Umweg über Peking fällt allerdings weg. Al Jazeera hatte zum Zeitpunkt der Absage beschrieben, dass Zverev mit Titeln in Peking und Shanghai an Sinner vorbeiziehen könne. Einen Tag später verlor der topgesetzte Deutsche sein Viertelfinale in Peking gegen Novak Djokovic, der nach Satzrückstand noch gewann und seine Bilanz bei den China Open auf 32:0 stellte. Für den Sprung nach ganz oben auf der Asien-Tour bleibt Zverev nur noch Shanghai.
Drei Monate Pause für Sinner
Sinner war für 2026 der klare Favorit. Der 25-Jährige steht in dieser Saison bei 44:3 Siegen. Er gewann die Masters-1000-Turniere in Indian Wells, Miami, Monte-Carlo, Madrid und Rom, komplettierte damit den Career Golden Masters und holte danach in Wimbledon seinen fünften Grand-Slam-Titel. Seitdem fehlte er bei der kompletten Nordamerika-Tour einschließlich der US Open und beim ATP-500-Turnier in Peking.
Was genau das Knie betrifft, ist offiziell nicht bestätigt. Tennis Majors beruft sich auf den italienischen Journalisten Gabriele Parpiglia, der von einem Iliotibialband-Syndrom berichtet. Dabei entzündet sich die Sehnenplatte an der Außenseite des Oberschenkels, wenn sie beim Beugen und Strecken über das Knie reibt. 2024 hatte Sinner Shanghai gewonnen, im Finale gegen Djokovic.
Starkes Feld auch ohne den Branchenprimus
Das Hauptfeld in Shanghai beginnt am 7. Oktober, die Qualifikation läuft bereits. Titelverteidiger ist der Monegasse Valentin Vacherot, der das Turnier im Vorjahr als Qualifikant gewann. Neben Zverev ist auch der viermalige Shanghai-Sieger Djokovic gemeldet, der am Montag in Peking im Halbfinale steht, ebenso Carlos Alcaraz, der am selben Tag in Tokio sein Halbfinale spielt.
Sinners nächste geplante Turniere sind laut Tennis Majors das ATP-500-Event in Wien ab dem 24. Oktober, das Masters in Paris, die Nitto ATP Finals in Turin und die Davis-Cup-Finals. Wenn er in Wien zurückkehrt, könnte Zverev ihn an der Spitze der Weltrangliste bereits abgelöst haben.
Top-Stories der Redaktion
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Alcaraz kommt mit Wildcard nach Wien – Zverev bekommt Konkurrenz
Carlos Alcaraz spielt erstmals seit 2021 wieder in der Wiener Stadthalle. Weil der Six Kings Slam in Riad verschoben wurde, war seine Turnierwoche plötzlich frei.
Die Wiener Stadthalle bekommt einen weiteren Star: Carlos Alcaraz hat eine Wildcard für die Erste Bank Open angenommen, wie die ATP am Donnerstag bestätigte. Der Weltranglistendritte entschied sich kurzfristig dafür, nachdem der Six Kings Slam in Riad verschoben worden war. Dort hätte Alcaraz in der letzten…