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WTA

Tagger holt WTA-Titel in Prag – jüngste Spielerin der Top 50

Die 18-jährige Österreicherin Lilli Tagger gewann das Prague Open mit 7:6(3), 6:2 gegen Daria Snigur – ihr erster WTA-Titel und ein Karrierehoch auf Platz 45.

Tennis Post Redaktion··2 Min. Lesezeit
Foto: Karney Hatch / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Von 2:5 zurück zum Titel

Die 18-jährige Österreicherin Lilli Tagger hat beim Livesport Prague Open ihren ersten WTA-Titel gewonnen — und das auf dramatische Weise. Im Finale lag sie gegen die Ukrainerin Daria Snigur zunächst mit 2:5 im Rückstand, ehe sie fünf Spiele in Folge holte, den Tiebreak mit 7:3 verwandelte und schließlich den zweiten Satz souverän mit 6:2 abschloss. Endstand: 7:6(3), 6:2. Gesamtdauer: eine Stunde und 29 Minuten.

Mit dem Sieg in Prag steigt Tagger von Platz 74 auf Platz 45 der WTA-Weltrangliste und ist damit die jüngste Spielerin in den Top 50 der Welt. Sie ist zudem die erste Spielerin des Jahrgangs 2008, der ein WTA-Einzeltitel gelingt — ein Rekord, der zeigt, wie außergewöhnlich früh diese Karriere Fahrt aufnimmt.

Die Einhand-Rückhand als Waffe

Was Lilli Tagger auf dem Tennisplatz auszeichnet, ist unmittelbar erkennbar: Sie spielt eine Einhand-Rückhand — auf der WTA-Tour eine echte Rarität, in dieser Qualität fast einzigartig. Ihr einhändiger Schlag auf der linken Seite ist nicht nur eine optische Besonderheit, sondern in dieser Form eine waschechte Waffe: Mit flachen Winkeln und überraschenden Flugkurven setzte sie Snigur unter permanenten Druck und erschwerte ihr jede Vorbereitung auf Standardsituationen.

Im Finale feuerte Tagger neun Asse und verwandelte drei von sieben Breakchancen. Snigur, die an Nummer acht gesetzt war und über ausreichend Qualität für einen Titelsieg auf diesem Niveau verfügt, leistete sich sieben Doppelfehler und fand nach dem verlorenen ersten Satz keinen Weg mehr zurück in die Partie.

Halbfinalsieg über Krejčíková als Beweis der Klasse

Besonders eindrucksvoll war Taggers Halbfinalsieg über Barbora Krejčíková, die zweifache Grand-Slam-Siegerin aus Tschechien. Ausgerechnet in Prag — sozusagen auf Krejčíkovás Heimkontinent, vor einem Publikum, das die erfahrene Spielerin seit Jahren kennt — ließ Tagger der Topgegnerin kaum eine Chance. Dieser Sieg entkleidete alle Argumente, die von einem günstigen Draw oder Glück gesprochen hätten: Tagger ist in der Lage, auf höchstem Niveau zu bestehen und die Großen der Szene zu schlagen.

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Ihren ersten großen internationalen Auftritt hatte Tagger mit dem Gewinn des Junior-Titels bei den French Open 2025. Seitdem baute sie ihre Ergebnisse bei Challenger- und WTA-250-Turnieren kontinuierlich aus — Prag 2026 ist die logische, aber dennoch überraschend frühe Krönung dieser Entwicklung.

Österreichs neue Tennisstimme

Für Österreich ist Tagger eine willkommene neue Figur im internationalen Tennis. Mit 18 Jahren, einem eigenwilligen Spielstil und einer Nervenstärke, die in diesem Alter nicht selbstverständlich ist, hat sie sich in die Weltspitze gespielt. Die Hartplatz-Saison in Nordamerika — Washington, Montréal und der US-Open-Swing — wird zeigen, ob sie die Form auch auf anderem Belag abrufen kann.

Am selben Wochenende feierte die Hamburgerin Tamara Korpatsch bei den Hamburg Open ihren zweiten WTA-Titel — der erste Titelgewinn einer deutschen Spielerin in Hamburg seit Steffi Graf 1992. Ein starkes Tenniswochenende für den gesamten deutschsprachigen Raum.

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