Tiafoe bezwingt Medvedev erstmals und steht im US-Open-Viertelfinale
Frances Tiafoe besiegte Daniil Medvedev 7-6(1), 6-4, 7-6(6) und steht zum vierten Mal im US-Open-Viertelfinale. Im Duell der Generationen wartet Landsmann Alex Michelsen.

Historischer Sieg für Tiafoe
Frances Tiafoe hat am Sonntag auf dem Louis Armstrong Stadium eine bemerkenswerte persönliche Bilanz gegen Daniil Medvedev umgekehrt. Medvedev führte das Head-to-Head mit 6-1 und hatte Tiafoe auf Hartplatz noch nie verloren (6-0) — bis zu diesem Sonntag. Der US-Amerikaner besiegte den Russen und Champion von 2021 mit 7-6(1), 6-4, 7-6(6) und zog zum vierten Mal in seiner Karriere ins Viertelfinale der US Open ein. „Daniil hat mich so oft geschlagen. Das ist das erste Mal, dass ich ihn in einem offiziellen Match bezwinge — ich bin mega aufgedreht", sagte Tiafoe nach dem Spiel.
Medvedev, der das New Yorker Hartplatz-Major 2021 gewonnen hatte und 2019 bereits im Finale stand, erwischte keinen seiner besten Tage. Tiafoe konterte jeden Aufschlag-Powerangriff des Russen mit frühem Returnspiel und nutzte die lautstarke Unterstützung des Publikums gezielt. Im ersten Tiebreak dominierte er 7:1, im dritten siegte er nach einem engen 8:6. Die Energie auf dem Armstrong Stadium — eine Halle, in der Tiafoe in seiner Karriere noch nie verloren hat (10 Siege, 0 Niederlagen) — schien dem Heimfavoriten zusätzliche Flügel zu verleihen.
Für Medvedev endet das Turnier enttäuschend im Achtelfinale. Der Russe präsentierte sich zwar kämpferisch und zwang Tiafoe in beiden Tiebreaks bis kurz vor Schluss, fand aber kein Mittel gegen die starken Vorhand-Winner seines Gegners. An der ATP-Setzliste wird der Ausschied Folgen haben: Medvedev verliert Punkte im Rennen um die Jahresend-Weltrangliste.
Führender Hard-Court-Spieler der Saison
Mit dem Medvedev-Sieg verbuchte Tiafoe seinen 25. Hartplatzsieg des Jahres 2026 — mehr als jeder andere Spieler auf der Tour. Die Zahlen belegen eine konstante Saison, in der sich der 28-Jährige regelmäßig in die Spitzengruppe der großen Turniere gespielt hat. Beim US Open, seinem Lieblingsturnier, läuft er jetzt zum vierten Mal in das Viertelfinale ein; sein bisher bestes Ergebnis dort war das Halbfinale 2022, das ihn schlagartig auf der großen Bühne des Tennissports bekannt machte.
Tiafoe zeigte gegen Medvedev eine taktisch reife Leistung: Er attackierte früh, variierte mit Slices und übertölpelte den Russen wiederholt mit druckvollen Vorhänden ins Kreuz. Das Erstaunen über das Ergebnis hielt sich im Publikum in Grenzen — auf dem Armstrong Stadium hat Tiafoe schon stärkere Gegner bezwungen. Entscheidend war auch sein hervorragendes Return-Spiel: Bei Medvedevs zweitem Aufschlag dominierte der Amerikaner konsequent und ließ dem Russen kaum Zeit, seinen üblichen Spielaufbau zu entfalten. Medvedev verlässt Flushing Meadows mit einem Ranking-Minus, das seine Jahresend-Position belasten wird.
Rein amerikanisches Viertelfinale gegen Michelsen
Im Viertelfinale trifft Tiafoe auf Landsmann Alex Michelsen, 22 Jahre alt, der ebenfalls souverän in die Runde der letzten Acht eingezogen ist. Michelsen besiegte den Argentinier Tomás Martín Etcheverry 7-6, 6-4, 6-4 und blieb dabei wie in den Runden zuvor ohne Satzverlust.
Das Duell der beiden Amerikaner ergänzt ein außergewöhnliches Viertelfinalbild: Ben Shelton — ebenfalls US-Amerikaner — trifft auf Titelverteidiger Carlos Alcaraz. Mindestens zwei Amerikaner stehen damit sicher im Halbfinale, was für US-Open-Verhältnisse eine äußerst seltene Konstellation darstellt.
Mittwoch: Generationsduell auf dem Ashe
Für Tiafoe geht es nun darum, Michelsen — einem der aufregendsten Nachwuchstalente der ATP-Tour — standzuhalten. Der 22-Jährige ist athletisch, serviert kraftvoll und hat bislang keinen Satz abgegeben. Das Generationsduell der beiden Landsleute verspricht Spannung und wird das Publikum auf beiden Seiten mobilisieren. Wer gewinnt, trifft in der Runde der letzten Vier entweder auf Alcaraz oder Shelton. Die Viertelfinalmatches sind für Mittwoch angesetzt; das Armstrong Stadium wird auch dann wieder bis auf den letzten Platz besetzt sein — mit Tiafoe ist das eigentlich immer so.
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