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ATP

Tiafoe dreht 0:2-Rückstand um und steht im Halbfinale

Frances Tiafoe besiegte Landsmann Alex Michelsen 5:7, 3:6, 7:5, 6:3, 7:6 — die erste Aufholjagd von 0:2 in einem US-Open-Männer-Viertelfinale seit Federer 2014.

Tennis Post Redaktion··2 Min. Lesezeit
Foto: Gatorfan252525 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Aufholjagd in vier Stunden: Tiafoe schreibt US-Open-Geschichte

Selten hat das Arthur-Ashe-Stadion in New York eine solche Kehrtwende erlebt. Frances Tiafoe lag im Viertelfinale der US Open 2026 gegen Landsmann Alex Michelsen nach zwei verlorenen Sätzen klar am Rand des Ausscheidens — und kämpfte sich über vier Stunden zurück ins Spiel. Endstand: 5:7, 3:6, 7:5, 6:3, 7:6 (6). Das Halbfinale ist gebucht.

Es ist die erste Aufholjagd von einem 0:2-Satzrückstand in einem Viertelfinale der US Open bei den Herren seit Roger Federers Comeback gegen Gaël Monfils im Jahr 2014. Tiafoe, 28 Jahre alt, an Position elf gesetzt und bei seinem 42. Grand-Slam-Auftritt, steht zum dritten Mal in seiner Karriere im Halbfinale in New York — nach 2022 und 2024.

Michelsen mit herausragendem Turnierauftritt

Der 22-jährige Michelsen spielte über weite Strecken des Abends auf einem Niveau, das weit über das hinausging, was man von einem Spieler erwarten durfte, der bei seinem 13. Grand-Slam-Auftritt zuvor nie die zweite Runde der US Open überstanden hatte. Mit kraftvollen Grundschlägen und einem treffsicheren Aufschlag diktierte er das Tempo der ersten zwei Sätze und zwang Tiafoe in die Defensive.

Die Wende begann schleichend im dritten Satz. Tiafoe fand seinen Rhythmus, mobilisierte seine Reserven und nutzte den wachsenden Lärmpegel im vollbesetzten Ashe Stadium als zusätzlichen Antrieb. Ein Break zum entscheidenden Zeitpunkt öffnete die Tür; Tiafoe gewann den Satz 7:5. Danach verlor Michelsens Spiel seine Schärfe.

Den vierten Satz gewann Tiafoe klar 6:3. Im fünften lieferten beide noch einmal alles, was sie hatten — bis der Tiebreak die Entscheidung brachte. Tiafoe gewann ihn 7:6 und warf sich auf die Knie, erschöpft und überwältigt. Das Stadion explodierte.

Halbfinale: Alcaraz oder Shelton als nächster Gegner?

Das zweite Herren-Viertelfinale entscheidet, wen Tiafoe im Halbfinale bekommt: Weltranglistenzweiter Carlos Alcaraz trifft auf den Amerikaner Ben Shelton (Nr. 8) — das Spiel steht Mittwochabend auf Arthur Ashe auf dem Programm. Sollte Shelton gewinnen, würden erstmals seit Jahren zwei US-Amerikaner in den Halbfinals der US Open stehen, ein Ereignis, das die ganze Tenniswelt aufhorchen lassen würde. Sollte Alcaraz durch, erwartet Tiafoe der formstärkste Hardcourt-Spieler der Welt.

Das Turnier begann mit einem Rekord: sechs Amerikaner standen im Viertelfinale — mehr als seit 2002. Diesen Moment trägt Tiafoe nun ins Halbfinale weiter.

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Tiafoe auf dem Weg zu seinem ersten Grand-Slam-Titel?

Ein Grand-Slam-Titel fehlt Tiafoe noch in seiner Sammlung. 2022 war er zum ersten Mal im Halbfinale der US Open und besiegte dabei unter anderem Andrey Rublev, ehe Alcaraz Schluss machte. Diese Viertelfinalnacht gegen Michelsen war von anderem Kaliber: Tiafoe stand mit dem Rücken zur Wand, mit 0:2 Sätzen hinten, gegen einen jüngeren Spieler in Topform — und drehte das Spiel trotzdem um.

Für Michelsen bedeutet das Ausscheiden trotz allem einen Karrieredurchbruch. Ein Viertelfinale bei einem Grand Slam im Alter von 22 Jahren auf der größten Bühne des amerikanischen Tennis ist eine Visitenkarte, auf die er in den kommenden Jahren aufbauen kann.

Die Halbfinalpaarungen bei den US Open 2026 stehen nach Mittwochabend fest — Tiafoe wartet bereits auf seinen Gegner und hat das Momentum des Abends auf seiner Seite.

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