Shanghai: Zverev lässt De Minaur keine Chance und steht im Halbfinale
Die Nummer eins der Welt gewinnt 6:4, 6:4 gegen Alex de Minaur und steht erstmals seit 2019 im Halbfinale von Shanghai. Am Samstag wartet Alejandro Davidovich Fokina.

Nach zwei Kraftakten in den Runden zuvor hat Alexander Zverev beim Masters in Shanghai seine bislang souveränste Vorstellung abgeliefert. Der Hamburger besiegte am Donnerstag den Australier Alex de Minaur mit 6:4, 6:4 und steht damit zum ersten Mal seit 2019 wieder im Halbfinale des Turniers. Nach 78 Minuten war die Partie beendet.
Drei Tage nachdem Zverev als erster Deutscher überhaupt die Jahresendnummer eins sicher hatte, zeigte er, dass er in Shanghai noch nicht satt ist. Zehn Asse bei nur einem Doppelfehler, 35 von 44 Punkten nach dem ersten Aufschlag – die Statistik der ATP liest sich wie die eines Spielers, der sich auf seinen Aufschlag blind verlassen kann.
Breakbälle abgewehrt, Kontrolle behalten
Dabei war De Minaur kein leichter Gegner. Der Weltranglistenneunte hatte in der Vorwoche das Finale in Peking erreicht und in Shanghai bis dahin keinen Satz abgegeben, im Achtelfinale hatte er Karen Khachanov klar bezwungen. Seine beste Gelegenheit bot sich im sechsten Spiel des ersten Satzes, als er zwei Breakbälle in Folge hatte. Zverev wehrte beide ab und ließ danach kaum noch etwas zu.
„Ich denke, das war eine deutliche Steigerung“, sagte Zverev laut ATP. „Ich habe Alex über weite Strecken von der Grundlinie aus überspielt, und das ist schwierig, weil er so schnell ist und diese Platzgeschwindigkeit hier liebt.“ Gegenüber Sky Sports ergänzte er, er habe sich gut gefühlt und sei froh über den Schritt nach vorne im Vergleich zu den letzten Matches.
Auch der Knöchel, der ihm im Achtelfinale gegen Alexander Bublik zu schaffen gemacht hatte, schien kein Thema mehr zu sein: Beobachter vor Ort berichteten von keinerlei sichtbaren Beschwerden. Mit Blick auf die Hallensaison und die ATP Finals ist das die vielleicht wichtigste Nachricht des Tages.
Starke Zahlen in einer historischen Saison
Es war Zverevs neunter Sieg im 13. Duell mit De Minaur. Seine Saisonbilanz steht laut ATP nun bei 62:14 Siegen. Nach Zählung von Tennis Now ist es sein elftes Halbfinale des Jahres und das 89. seiner Karriere auf der Tour. In Shanghai steht er zum dritten Mal in der Vorschlussrunde.
Für De Minaur geht eine starke Asien-Tour zu Ende. Schon 2018 war der Australier in Shanghai an Zverev gescheitert.
Davidovich Fokina als Halbfinalgegner
Im Halbfinale am Samstag trifft Zverev auf den Spanier Alejandro Davidovich Fokina. Der an Position 25 gesetzte Andalusier kam kampflos weiter: Der Franzose Arthur Géa musste sein Viertelfinale wegen einer Verletzung am Psoas-Muskel nach nur 22 Minuten beim Stand von 1:4 aufgeben.
Davidovich Fokina hat in dieser Woche mehrfach Nervenstärke bewiesen. Gegen Frances Tiafoe wehrte er einen Matchball ab, gegen Hubert Hurkacz sogar zwei. Für ihn ist es das vierte Halbfinale bei einem Masters-1000-Turnier. Der direkte Vergleich spricht klar für Zverev, der sechs der sieben bisherigen Duelle gewonnen hat. Die einzige Niederlage kassierte der Deutsche 2023 beim Masters in Toronto.
In der anderen Hälfte des Tableaus stehen die Viertelfinals noch aus, unter anderem trifft Daniil Medvedev auf Tommy Paul.
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