Zverev raus, FAA verletzt: Montreal verliert alle seine Stars
Zverev scheitert in seinem Auftaktmatch an Griekspoor, Medvedev und Fritz folgen, FAA gibt verletzt auf — Montreal erlebt ein Masters ohne Zugpferde.

Zverevs Erstrunden-Schock gegen Griekspoor
Für Alexander Zverev ist das National Bank Open in Montréal nach nur einem Match zu Ende. Die Nummer eins des Turniers — Weltranglistenzweiter und in Abwesenheit der gesetzten Sinner, Alcaraz und Djokovic als Top-Favorit gehandelt — scheiterte am Dienstag bereits in seinem Auftaktmatch am Niederländer Tallon Griekspoor mit 6-7(3), 6-2, 6-4. Griekspoor, der sich zur Wochenmitte gegen einen schwächelnden ersten Satz aufbäumte, bezeichnete den Sieg als «einen der ganz besonderen Momente meiner Karriere». Es war das erste Mal seit 2022, dass der Topgesetzte des Turniers in seinem Auftaktmatch ausschied.
Noch am selben Tag folgte die nächste Hiobsbotschaft: Daniil Medvedev, als Vierter gesetzt und ehemaliger Weltranglistenerster, verlor 6-3, 7-6(5) gegen Botic van de Zandschulp. Ebenfalls bezwungen wurde Taylor Fritz — frisch vom Titel beim DC Open — durch den Argentinier Thiago Agustín Tirante mit 7-5, 6-3. Fritz hatte seine erste Partie in Montreal wegen körperlicher Probleme im zweiten Satz aufopferungsvoll gespielt, am Ende jedoch keine Chance.
FAA mit Rückenprobleme: Kanadische Misere komplett
Als wäre die sportliche Verwüstung des Tableaus nicht genug, meldete sich am Mittwoch auch Félix Auger-Aliassime verletzt ab. Der Kanadier, in seiner Heimatstadt Montréal als Publikumsliebling gefeiert und als Zweiter gesetzt, zog sich vor seinem Zweitrundenduell mit dem französischen Qualifikanten Titouan Droguet aus dem Turnier zurück. Der Grund: ein plötzlich aufgetretener Rückenschmerz, der ihm das Aufschlagen unmöglich machte. «Ich habe versucht, mich einzuspielen, und konnte einfach nicht aufschlagen. Es war unmöglich, auch nur ans Spielen zu denken», erklärte FAA auf der Pressekonferenz. Auger-Aliassime hatte nach Wimbledon pausiert und wollte in Montréal erstmals unter einem neuen Trainerteam auftreten.
Damit sind in Montréal auch die drei Kanadier aus dem Feld: Gabriel Diallo musste sein Match gegen Luciano Darderi weinend aufgeben, Denis Shapovalov brach sein Spiel gegen Zach Svajda ebenfalls ab. Turnierchefin Valérie Tétreault: «Ich lüge nicht, wir hatten gehofft, dass Félix zumindest ein paar Matches hier gewinnen würde.»
Das Tableau ohne Weltelite — wer profitiert?
Vor Turnierbeginn hatten bereits Jannik Sinner (Weltranglistenerster), Carlos Alcaraz (Dritter) und Novak Djokovic (Fünfter) abgesagt. Zusammen mit den Niederlagen von Zverev und Medvedev sowie dem FAA-Forfait ist Montréal 2026 damit das erste Masters 1000 seit Jahren, in dem keiner der fünf weltbesten Spieler am Start ist. Diese Lücke nutzen Außenseiter: Van de Zandschulp (Niederlande) und Tirante (Argentinien) stehen bereits in der dritten Runde. Auch Monfils, der am Montag als ältester Montreal-Sieger seit Jahrzehnten gefeiert wurde, hat Chancen auf eine Überraschungsfinale.
Für die nächste Runde am Donnerstag stehen unter anderem die Duelle Navone gegen Fils sowie Shang Juncheng gegen Darderi auf dem Programm. Alex de Minaur, einer der wenigen verbliebenen Gesetzten, trifft auf Cameron Norrie. Yannick Hanfmann, der am Dienstag Roland-Garros-Finalist Cobolli bezwungen hatte, bekommt es mit Nuno Borges zu tun — ein weiteres Duell ohne klaren Favoriten.
Für Zverev bedeutet das frühzeitige Ausscheiden eine empfindliche Niederlage auf dem Weg zur US Open. Ein tiefer Lauf beim renommierten Hartplatz-Masters in Montréal wäre ein wichtiges Signal für die US Open gewesen. Stattdessen reist er nun ohne Punkte und mit einem verlorenen Match im Gepäck direkt nach Cincinnati weiter. Das Western & Southern Open Mitte August bietet nun die nächste Chance, in der Vorbereitung auf New York Akzente zu setzen.
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