Zverev kämpft sich gegen Norrie durch – Nacht-Krimi in Cincinnati
Topgesetzter Alexander Zverev dreht ein schwieriges Zweitrunden-Match gegen Cameron Norrie und siegt 3:6, 6:3, 6:3 – nach 2:35 Stunden und einem Einsatz bis in die frühen Sonntagmorgenstunden.

Alexander Zverev hatte sich seinen Einstieg in das ATP Masters 1000 Cincinnati sicher anders vorgestellt. Der Hamburger, Topgesetzter des Turniers und Cincinnati-Sieger von 2021, brauchte in der Nacht zum Sonntag volle 2 Stunden und 35 Minuten, um Cameron Norrie 3:6, 6:3, 6:3 zu bezwingen. Nach einem erschreckend schwachen ersten Satz fand Zverev zurück zu seiner besten Form – und bewies, dass er auch unter Druck liefern kann.
Norrie übernimmt die Kontrolle im ersten Satz
Das Match startete spät am Samstagabend im Lindner Family Tennis Center, nachdem der Tag bereits das größte Turnierschock hinter sich gebracht hatte: Thiago Agustín Tirante hatte zuvor Novak Djokovic aus dem Turnier geworfen. Zverev trat also in einer aufgeheizten Atmosphäre an – und wirkte zunächst nicht auf der Höhe der Situation.
Norrie, der britische Routinier und frühere Weltranglistenzehnte, präsentierte sich von der ersten Minute an kompakt und entschlossen. Er spielte tief, variierte den Rhythmus klug und nutzte Zverevs anfänglich schwache Erstaufschlagquote konsequent aus. Der Deutsche leistete sich Doppelfehler zur Unzeit und fand in seiner Vorhand nicht die gewohnte Tiefe und Schwere. Norrie brach zweimal durch und sicherte sich den ersten Satz mit 6:3. Eine Überraschung war plötzlich möglich.
Die Wende im zweiten Durchgang
Dann schaltete Zverev einen Gang hoch. Zu Beginn des zweiten Satzes verbesserte sich seine Erstaufschlagquote spürbar, sein Vorhand-Topspin entwickelte wieder die typische Schwere, und die Grundlinienaustausche kippten zu seinen Gunsten. Ein entscheidendes Break im vierten Spiel brachte den ersten Durchgang mit 6:3 auf Zverevs Seite – Gleichstand im Match.
Der dritte Satz folgte einem ähnlichen Muster. Zverev übernahm früh die Initiative, drängte Norrie mit crosscourt-Vorhand weit hinter die Grundlinie und schloss einen Break zur 2:1-Führung heraus. Von dort verwaltete er die Partie souverän. Norrie gab nicht kampflos auf und kämpfte jeden Punkt, doch die konditionellen Ressourcen schwanden beim Briten in den späten Stunden der Partie spürbar. Zverev stellte auf 6:3 und gewann damit das Match 3:6, 6:3, 6:3.
Zverev mit Blick auf Titel und US Open
Mit diesem Sieg zieht Zverev in die dritte Runde in Cincinnati ein. Für den Hamburger war es der erwartete, aber keineswegs leichte erste Schritt in seiner diesjährigen Titelkampagne in Ohio. 2021 holte er hier seinen letzten großen Harttitel, und er gilt auch in diesem Jahr als einer der klaren Mitfavoriten.
Das Turnier geht nun mit voller Besetzung in die entscheidenden Runden. Am Sonntag beginnen weitere Topspieler ihren Einsatz: Ben Shelton (8), Titelverteidiger von Montreal, trifft im Abendsession auf Qualifier Jaime Faria, während Sechster Taylor Fritz den Amerikaner Alex Michelsen vor sich hat. Das Feld lichtet sich rasch – und Zverev wird nicht mehr auf Satzverluste gegen Norrie-Kaliber eingehen dürfen, wenn er am Ende der Woche tatsächlich im Finale stehen will. Die US Open beginnen am 24. August: Cincinnati bleibt der entscheidende letzte Formtest vor Flushing Meadows.
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