Zverev schlägt Halys: Zweiter Fünf-Satz-Marathon beim US Open bis 2:15 Uhr
Alexander Zverev überzeugt beim US Open 2026 mit einem zweiten Fünf-Satz-Sieg in Folge: Nach 4:33 Stunden bezwingt er den Franzosen Quentin Halys 6:4, 4:6, 7:6, 6:7, 6:3 – Matchende um 2:15 Uhr.

Zehn Stunden in zwei Runden – Zverev auf Marathon-Kurs
Alexander Zverev macht das US Open 2026 zu seinem persönlichen Belastungstest. Zum zweiten Mal in Folge kämpfte der deutsche Weltranglistenerste bis in die Morgenstunden von Flushing Meadows — diesmal gegen den Franzosen Quentin Halys. Am Ende hieß es 6:4, 4:6, 7:6(3), 6:7(3), 6:3 nach 4 Stunden und 33 Minuten, Matchball um 2:15 Uhr Ortszeit. Zusammen mit seinem Fünf-Satz-Krimi gegen Lorenzo Sonego in Runde eins — damals Schluss um 1:55 Uhr — hat Zverev nun knapp zehn Stunden auf dem Platz verbracht. Kein anderer Spieler im Feld kommt auch nur annähernd an diese Belastung heran.
Dabei sah es zwischendurch nicht nach einem weiteren langen Abend aus. Zverev gewann den ersten Satz mit 6:4 relativ souverän. Doch Halys, derzeit jenseits der Top 60, zeigte, warum Schnelligkeit und Flugball ihn zu einem unbequemen Gegner auf Hartplatz machen. Er egalisierte auf 1:1 und baute im dritten Satz zeitweise eine 4:1-Führung aus.
Wendepunkt im dritten Satz: Halys verschenkt 4:1
In dieser Phase wackelten die Pläne des Weltranglistenersten erheblich. Halys hatte sogar einen Breakball zum 5:1 — den er jedoch nicht nutzen konnte. Zverev antwortete mit fünf Spielen in Folge und holte sich den Satz im Tiebreak mit 7:3. Diese Wende verlieh ihm sichtlich Auftrieb.
Der Franzose gab sich jedoch nicht geschlagen. Im vierten Satz zwang er einen weiteren Tiebreak, den er diesmal mit 7:3 gewann und damit den fünften Satz erzwang. Doch im Entscheidungssatz behielt Zverev die Nerven: Er kämpfte sich zum 5:3 durch und servierte den Sieg aus. Statistisch dominierten beide: Zverev schlug 29 Asse, Halys 18. Zverev schuf 20 Breakchancen und verwandelte fünf davon.
Zverev im Interview: „War ehrlich gesagt ziemlich beschissen"
Was folgte, war eine der direktesten Selbstkritiken dieser Turnierwoche. „Die Leistung war ehrlich gesagt ziemlich beschissen, aber ich habe gewonnen — das ist das Wichtigste", sagte Zverev nach dem Spiel. Auf die Frage nach den körperlichen Strapazen gab sich der 29-Jährige trocken: „Noch mal viereinhalb Stunden, 2:15 Uhr morgens — dafür gehe ich ins Fitnessstudio." Den paar tausend Fans, die bis zum Schluss blieben, zollte er besondere Anerkennung: „Die haben die 15.000 aufgewogen, die gegangen sind."
Zverevs Stärke hat in seiner Karriere oft genau dort gelegen: Matchs zu gewinnen, wenn die Leistung nicht stimmt, sich über Fünf-Satz-Partien zu steigern und auf körperliche Reserven zurückzugreifen, die kaum ein anderer auf der Tour besitzt. Der psychische Fokus, nach 4:33 Stunden noch einen Breakball zu verwandeln, spricht für sich.
Dritte Runde gegen Tabilo — dann mögliches Viertelfinale
Im dritten Satz trifft Zverev nun auf den chilenischen Sandplatzspezialist Alejandro Tabilo (Setzung 25), der 2026 auch auf Hartplatz stärker geworden ist. Danach könnte Taylor Fritz oder Ben Shelton warten — zwei Gegner, gegen die Zverev gerne spielt, aber die sich in Form befinden.
Bis dahin lautet die wichtigste Frage: Wie gut erholt sich der Weltranglistenerste nach fast zehn Stunden Spielzeit in den ersten beiden Runden des US Open 2026? Die Beantwortung beginnt heute auf dem Trainingsplatz.
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