Zverev greift nach dem zweiten Slam – Khachanov im Weg
Nach seinem French-Open-Triumph dominiert Alexander Zverev auch bei den US Open und steht im Halbfinale. Gegner ist der ungesetzte Karen Khachanov.

Zverevs Ausnahmesaison erreicht den nächsten Höhepunkt
Als Alexander Zverev im Juni in Roland Garros mit einem 6:1, 4:6, 6:4, 6:7, 6:1 gegen Flavio Cobolli seinen ersten Grand-Slam-Titel gewann, war die Frage, ob das ein Einzelereignis bleiben oder ein neues Kapitel einleiten würde. Bei den US Open 2026 lautet die Antwort eindeutig: Letzteres. Ein 6:2, 7:5, 6:1 gegen Botic van de Zandschulp brachte den Hamburger in sein viertes Grand-Slam-Halbfinale der Saison — alle vier Majors, alle vier Mal mindestens Halbfinale. Am Freitag wartet der ungesetzte Karen Khachanov.
18 Siege aus 20 Grand-Slam-Partien – eine historische Saison
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Zverev steht 2026 bei einer Grand-Slam-Bilanz von 18:2. Halbfinale in Melbourne, Titel in Paris, Halbfinale in Wimbledon, und jetzt die Runde der letzten vier in New York. Das ist eine Saison-Konsistenz, die in der modernen Tennisgeschichte kaum Vergleichbares hat. Gegen Van de Zandschulp demonstrierte der Deutsche einmal mehr, warum er auf Hartplatz so schwer zu knacken ist: 70 Prozent erste Aufschläge, 77 Prozent Punkte auf die erste, acht Asse. Der Niederländer hatte keine Chance, ins Match zu kommen — ein 6:2, 7:5, 6:1, das so klar war wie es klingt.
Was Zverev in diesem Jahr auszeichnet, ist nicht nur die Qualität seiner besten Tennistage, sondern die Verlässlichkeit: Er liefert in großen Momenten. Im Roland-Garros-Finale lag er im fünften Satz unter Druck — und gewann ihn 6:1. Das war keine Überraschung mehr, sondern Charakter.
Khachanov als Gegner: ungekörnt, aber gefährlich
Der ungesetzte Karen Khachanov zog ins Halbfinale ein, nachdem der belgische Überraschungsmann Alexander Blockx im dritten Satz beim Stand von 3:2 aufgeben musste. Khachanov hatte die ersten beiden Sätze 6:2 und 7:5 gewonnen und das Match von Beginn an fest im Griff. Blockx — der vielleicht überraschendste Spieler dieses Turniers — verließ den Arthur Ashe unter stehenden Ovationen; sein Turnier war bemerkenswert.
Khachanov ist kein Neuling in dieser Phase des Turniers. Er stand 2022 bereits im Halbfinale der US Open, wo er Casper Ruud unterlag. Er bringt diesen Grand-Slam-Halbfinal-Erfahrungsschatz mit — und ein Aufschlagspiel, das ihn an einem guten Tag nahezu unschlagbar machen kann. Für Zverev ist er ein unbequemer Gegner, auch wenn die direkte Bilanz klar für den Deutschen spricht: 6:3 im Head-to-Head.
Was das Duell entscheidet – und was danach wartet
Entscheidend wird sein, ob Zverev Khachanovs Aufschlag frühzeitig brechen und die langen Grundlinienduelle erzwingen kann, in denen er der konstantere Spieler ist. Wenn Khachanov seinen ersten Aufschlag nicht hochprozentig ins Spiel bringt, wird Zverev das bestrafen.
Der Gewinner des Halbfinales trifft im Finale auf Ben Shelton oder Frances Tiafoe — in New York also garantiert auf amerikanisches Heimrecht und einen vollständig amerikanisch gestimmten Arthur Ashe. Zverev hat im Juni gezeigt, dass er unter Druck und gegen eine aufgeheizte Atmosphäre gewinnen kann. Ein zweiter Grand-Slam-Titel in einer einzigen Saison wäre historisch. Zunächst muss Khachanov am Freitag bezwungen werden.
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