Bejlek bezwingt Keys und steht im Halbfinale gegen Gauff
Sára Bejlek bezwingt Madison Keys 3:6, 6:4, 7:6(5) und steht als ungesetzte Spielerin im Halbfinale von Cincinnati — Gegnerin ist Coco Gauff.

Bejlek dreht erneut einen Rückstand — Keys bezwungen
Das Tennis-Wunder von Cincinnati nimmt kein Ende. Sára Bejlek, die 20-jährige Tschechin, hat am Freitagabend die frühere Australian-Open-Siegerin Madison Keys mit 3:6, 6:4, 7:6(5) besiegt und steht damit im Halbfinale des Cincinnati Open. Ihre nächste Gegnerin am Samstag im Abend-Halbfinale ist die an Nummer vier gesetzte US-Amerikanerin Coco Gauff — es ist das erste Aufeinandertreffen der beiden Spielerinnen auf der Tour.
Der Matchverlauf spiegelt das Muster der gesamten Woche: Bejlek musste zunächst einen Rückstand aufholen. Im ersten Satz dominierte Keys mit wuchtigen Grundschlägen und einem starken ersten Aufschlag, ehe Bejlek den zweiten Satz mit 6:4 klar für sich entschied. Im dritten Satz lag sie im Tiebreak mit 2:4 zurück — doch dann spielte sie fünf Punkte in Serie, verwandelte ihren ersten Matchball und gewann den Tiebreak 7:5. Kaltblütigkeit in Reinform.
Vier Siege über vier Hochkaräter
Mit dem Erfolg über Keys hat Bejlek ihre vierte namhafte Gegnerin in dieser Woche bezwungen. Zu Beginn eliminierte sie Ex-Weltranglistenerste Karolína Plíšková, dann Wimbledon-Siegerin Barbora Krejčíková. Den spektakulärsten Moment der Woche lieferte Bejlek im Achtelfinale, als sie Weltranglistenerste Aryna Sabalenka in zwei Sätzen aus dem Turnier warf — ein Ergebnis, das das gesamte Feld neu ordnete. Keys, ehemalige Cincinnati-Siegerin und US-Open-Gewinnerin 2017, war der vierte große Name, der an der ungesetzten Tschechin scheiterte.
Als ungesetzte Spielerin betritt Bejlek historisches Terrain: Noch nie hat eine Spielerin ohne Setzung das Finale des Cincinnati-Turniers im WTA-1000-Format erreicht. Bejlek, die ihre Woche außerhalb des gesetzten Bereichs begann, benötigt zwei weitere Siege, um als erste Spielerin ihrer Art diesen Meilenstein zu schaffen. Bemerkenswert ist dabei, dass sie in allen drei bisherigen Dreisatz-Partien den ersten Satz verlor — und trotzdem jedes Mal gewann.
Gauff als Favoritin — Bejlek als Überraschungskandidatin
Im Abend-Halbfinale am Samstag trifft Bejlek auf Coco Gauff, die in ihrem Viertelfinale Marta Kostyuk mit 6:2, 6:2 dominierte, ohne einmal den eigenen Aufschlag abzugeben. Gauff hat beim Cincinnati-Turnier noch nie in ihrer Karriere verloren — sie ist die klare Favoritin. Doch Bejlek hat in dieser Woche bewiesen, dass sie ihren besten Tennis genau dann abruft, wenn es am meisten zählt. Ihre Fähigkeit, in Tiebreaks und entscheidenden Phasen über sich hinauszuwachsen, macht das Halbfinale zu einem deutlich offeneren Duell, als es die Setzliste vermuten lässt.
Bemerkenswert ist auch der Kontext: Gauff hat in dieser Woche noch keinen Satz abgegeben und kommt mit einer beeindruckenden Aufschlagstatistik ins Halbfinale, während Bejlek dreimal aus einem Satz-Rückstand gewann. Beide Spielerinnen befinden sich also in Topform — doch auf sehr unterschiedlichen Wegen.
Das Tages-Halbfinale bestreiten Jessica Pegula (Nr. 3) und Iga Swiatek (Nr. 7). Es ist das 13. Karriere-Duell der beiden — Swiatek führt mit 7:5. Pegula hatte zuvor Amanda Anisimova in drei hart umkämpften Sätzen bezwungen. Mit dem frühen Aus von Weltranglistenerster Sabalenka und dem verletzungsbedingten Rückzug von Elena Rybakina steht Cincinnati vor einem neuen Champion. Das Finale findet am Sonntag statt, sechs Tage vor Beginn der US Open am 25. August.
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