Rybakina bezwingt verletzte Osaka und greift nach der Nummer eins
Elena Rybakina schlägt Naomi Osaka 6:1, 6:4 und steht im US-Open-Viertelfinale. Ein Halbfinaleinzug würde die Kasachin erstmals zur Weltranglisten-Ersten machen.

Rybakina lässt Osaka keine Chance
Die an Nummer zwei gesetzte Elena Rybakina hat beim US Open 2026 eine souveräne Leistung gezeigt und die 13-gesetzte Naomi Osaka 6:1, 6:4 in zwei Sätzen bezwungen. Die erste Einheit dauerte weniger als zwanzig Minuten: Rybakinasdruckvolle Flachschläge ließen einer Osaka, die sichtlich unter einer hartnäckigen Achillessehnen-Verletzung litt, keinen Raum zur Entfaltung. Die Japanerin hatte das Problem schon nach vorangegangenen Partien eingestanden und war dennoch mit täglicher Behandlung weitergemacht.
Osaka kämpfte — sie produzierte 28 Winner — doch das Kräfteverhältnis war eindeutig. Im zweiten Satz festigte Rybakina das Break zum 4:3 und servierte den Sieg in aller Ruhe aus, ohne einem Breakball zu begegnen. In vier Turniermatchs hat die Kasachin insgesamt gerade einmal 31 Spiele abgegeben — eine beeindruckende Bilanz in dieser Phase eines Grand Slams.
Die Weltranglisten-Erste ist zum Greifen nah
Hinter Rybakinasleistung steckt mehr als ein weiterer Viertelfinalseinzug: Siegt sie gegen Viertelfinalgegnerin Qinwen Zheng und zieht ins Halbfinale ein, wird sie erstmals in ihrer Karriere die Weltranglisten-Erste sein.
„Natürlich will ich es", sagte Rybakina auf dem Court nach dem Sieg. „Ich kenne niemanden, der sich das nicht wünschen würde. Es ist definitiv eines meiner Ziele."
Die Hürde ist trotz des Qualifier-Etiketts erheblich. Zheng hatte zuvor Iga Swiatek 7:5, 6:3 aus dem Turnier geworfen — inklusive eines vollendeten Comebacks nach einem 0:5-Rückstand im ersten Satz. Rybakina führt im direkten Vergleich mit 4:1, doch eine Zheng in dieser Verfassung und auf dieser Welle ist eine der gefährlichsten Gegnerinnen, die man sich im Viertelfinale vorstellen kann.
Osaka bleibt trotz Niederlage gelassen
Für Naomi Osaka, die als vierfache Grand-Slam-Gewinnerin und zuletzt 2021 in Melbourne einen Major-Titel errang, war das Ausscheiden diesmal kein Grund zur Verzweiflung. Die 13-Gesetzte hatte das Achtelfinale trotz körperlicher Beschwerden erreicht — unter anderem durch einen Dreisatzsieg über Elise Mertens im Vorrundenspiel.
„Ehrlich gesagt bin ich gerade nicht enttäuscht — das ist ein seltsames Gefühl", sagte Osaka nach ihrem Ausscheiden. „Vielleicht werde ich einfach älter, aber ich bin nicht traurig. Meine Tochter ist gesund, meine Familie auch. Ich hatte die Chance, bei diesem Turnier dabei zu sein, und kam so weit wie möglich. Es geht nur aufwärts von hier."
Osaka hat sich nach ihrer Babypause zurückgekämpft und steht auf Rang 13 der Weltrangliste. Diese Art von Resilienz imponiert weit über den Tennisplatz hinaus — auch wenn sie an diesem Dienstag in New York gegen eine Gegnerin in Höchstform nichts ausrichten konnte.
Alle Viertelfinale der Frauen stehen fest
Mit dem Ausgang aller Achtelfinalbegegnungen ist das Tableau beim US Open komplett. Topgesetzte Aryna Sabalenka — auf dem Weg zum dritten aufeinanderfolgenden US-Open-Titel — trifft auf Wimbledon-Gewinnerin Linda Noskova. Die Partie zwischen French-Open-Siegerin Mirra Andreeva und US-Open-Titelverteidigerin von 2023, Coco Gauff, verspricht Großes. Rybakina duelliert sich mit Zheng um den Einzug ins Halbfinale — und um die Weltranglisten-Führung. Die Viertelfinale beginnen am Mittwoch.
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