Shang rettet fünf Matchbälle und schockt Rublev in Montreal
Juncheng Shang überstand fünf Matchbälle in einem Spiel mit sieben Einständen und bezwang Andrey Rublev 7-5, 4-6, 7-6(5) beim Masters 1000 in Montreal.

Sieben Einstand, fünf Matchbälle – Shang bleibt standhaft
Beim National Bank Open in Montreal hat Juncheng Shang am Dienstagabend eine der dramatischsten Aufholjagden des bisherigen Tennissommers geliefert. Der 22-jährige Chinese rettete im entscheidenden Tiebreak fünf Matchbälle — alle in einem einzigen Aufschlagspiel mit sieben Einständen — und eliminierte Gesetzten Nr. 10 Andrey Rublev nach 2:44 Stunden mit 7:5, 4:6, 7:6(5).
Shang hatte das Match über weite Strecken im Griff, verlor den zweiten Satz aber deutlich an den aggressiv aufspielenden Rublev. Als der Russe im dritten Satz auf 5:3 davonzog und zum Aufschlag zum Matchgewinn antrat, schien der Ausgang klar. Doch Shang brach zurück auf 5:5, hielt zum 6:5 — und der Tiebreak sollte eine Geschichte für sich werden.
Das Aufschlagspiel mit sieben Einständen
Rublev arbeitete sich auf nicht weniger als fünf Matchbälle vor, doch Shang wehrte jeden einzelnen ab: mit einem Vorhandwinner diagonal, einem Ass auf den zweiten Aufschlag, einem mutigen Netzangriff. Sieben Einstand lang tobte das Duell, ehe Shang das entscheidende Punkt zum 7:5 im Tiebreak erzielte. Es war der fünfte Sieg seiner Karriere über einen Top-20-Spieler und sein bislang bestes Ergebnis bei einem Masters-1000-Turnier in Kanada.
„Ich habe versucht, nur an den nächsten Ball zu denken", sagte Shang nach dem Match. „Bei Matchball darf man nicht an das Ergebnis denken."
Rublev verlässt Montreal früher als erhofft. Der Russe hatte im Vorjahr das Viertelfinale des Turniers erreicht und galt in einem Tableau ohne Jannik Sinner und Carlos Alcaraz als ernsthafter Kandidat für eine tiefe Runde. Nun muss er die Punkte ersatzlos abgeben.
Weitere Ergebnisse vom Dienstag
Shangs Coup war das spektakulärste Ergebnis eines ereignisreichen Abends, doch die Favoriten zeigten sich insgesamt stabil. Alex de Minaur ließ James Duckworth mit 6:2, 7:6 keine Chance, Jiří Lehečka besiegte seinen tschechischen Landsmann Vít Kopřiva 6:4, 6:2. Alex Michelsen gewann nach einem zweiten Satz Ausrutscher mit 6:1, 3:6, 6:1 gegen Jan-Lennard Struff, und Brandon Nakashima hatte mit Daniel Altmaier keine Mühe: 6:2, 6:1 in knapp einer Stunde.
Frances Tiafoe überstand einen zähen ersten Satz gegen Marin Čilić und setzte sich letztlich 5:7, 6:2, 6:2 durch. Bereits zuvor hatte Montag-Held Mariano Navone — der elf von zwölf Breakbällen abwehrte, um Matteo Berrettini aus dem Turnier zu werfen — einen der packendsten Aufttritte des Turniers hingelegt.
Wie geht es weiter?
Für Shang öffnet sich nach Rublevs Ausscheiden ein attraktives Teiltableau. Der Chinese könnte in den nächsten Runden auf Félix Auger-Aliassime treffen, der seine Kampagne als Nummer zwei der Setzliste am Mittwoch im National Bank Open beginnt. Auch Topfavorit Alexander Zverev steigt am fünften Turniertag in Montreal ein — auf dem Weg zu Weltranglisten-Platz eins, der ihm bei einem Turniersieg winkt. Mit dem verletzungsbedingten Fehlen von Sinner und Alcaraz hat das Turnier das offenste Feld seit Jahren.
Korrigiert am 4.10.2026: Ergebnis berichtigt.
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