Sinner sagt US Open ab — Zverev übernimmt als Topgesetzter
Jannik Sinner zieht sich wegen einer Knieverletzung vom US Open zurück. Alexander Zverev rückt als Topgesetzter nach — das Tableau wird offen wie lange nicht.

Knie stoppt Sinner vor dem letzten Grand Slam der Saison
Jannik Sinner wird das US Open 2026 nicht bestreiten. Der Weltranglistenerste hat seinen Rückzug aus dem Turnier in New York offiziell bestätigt — der Grund ist eine anhaltende Entzündung im rechten Knie, die ihn seit dem Sommer außer Gefecht setzt. Seit seinem Wimbledon-Triumph im Juli, einem Fünfsatzerfolg über Alexander Zverev, hat Sinner keine einzige Partie im Wettkampf mehr bestritten. Weder in Montreal noch in Cincinnati war er am Start. Nun fällt auch der letzte Grand Slam des Jahres aus.
Die Absage kommt kurz vor dem Turnierstart in Flushing Meadows und wirbelt das Favoritenbild gehörig durcheinander. Sinner hatte die Saison 2026 dominiert wie kaum jemand zuvor die ersten Monate eines Jahres: Titelgewinne bei den Australian Open, in Dubai, Miami und schließlich in Wimbledon hatten ihn als klaren Nummer-eins-Anwärter auf den US-Open-Titel gehandelt. Diesen Anspruch kann er nun nicht einlösen.
Zverev rückt an die Spitze
Mit Sinners Rückzug übernimmt Alexander Zverev die Position des Topgesetzten beim US Open. Für den Hamburger ist es eine Ausgangslage mit Potenzial, aber auch mit Hypothek: Die Führung des Tableaus bringt schwierige Gegner in der zweiten Wochenhälfte und den Druck, als Favorit zu gelten. Zverev hatte Cincinnati ausgelassen und kommt ohne die Hardcourt-Matchpraxis der letzten Wochen nach New York.
Carlos Alcaraz und Novak Djokovic folgen auf den vorderen Setzplätzen. Djokovic, 38 Jahre alt, könnte bei einem Titelgewinn seinen historischen Rekord weiter ausbauen — den US-Open-Sieg 2023 hat er noch nicht verteidigt.
Fils und Tiafoe als aufgestiegene Herausforderer
Ausgerechnet in der Woche vor dem US Open haben zwei Spieler unterstrichen, warum die Abwesenheit Sinners das Tableau breiter aufstellt als erwartet. Arthur Fils gewann am Sonntag in Cincinnati seinen ersten Masters-1000-Titel — ein 6:3, 1:6, 6:0-Erfolg über Frances Tiafoe. Der 22-jährige Franzose ist der jüngste Landsmann, dem dieses Kunststück gelungen ist, und er reist mit maximaler Rückendeckung nach New York. Tiafoe seinerseits, der die Cincinnati-Finale zum zweiten Mal verlor, war über Wochen eine der formstärksten Kräfte auf Hartplatz.
Auch im Damenfeld gibt es durch Cincinnatis Ergebnisse frische Momentum-Verläufe. Iga Swiatek schied im Halbfinale aus, während Coco Gauff das Turnier ohne Satzverlust gewann — ein Signal, das in New York Wirkung haben dürfte.
Wann kehrt Sinner zurück?
Das Lager des Südtirolers hat keine genauen Zeitangaben zur Genesung des Knies gemacht. Realistisch erscheint ein Comeback in der Hallensaison: Die Masters-Turniere in Shanghai, Wien und Paris-Bercy finden im Oktober und November statt. Für die ATP-Weltrangliste hat Sinners Pause bislang keine unmittelbaren Folgen — er hatte das US Open 2025 ebenfalls nicht gespielt und verteidigt dort keine Punkte. Die Tabellenführung dürfte er trotz der Pause behalten.
Für das US Open selbst bedeutet der Ausfall des besten Spielers der Welt jedoch einen spürbaren Verlust an Strahlkraft. Der erste Grand Slam ohne Sinner im Tableau seit Wimbledon 2024 beginnt für die Herausforderer mit einer offenen Frage: Wer nutzt die Lücke an der Spitze?
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