Tschechien gewinnt 12. BJK-Cup-Titel – Noskova bezwingt Svitolina
Tschechien schlägt Erstfinalist Ukraine 2:0 in Shenzhen und gewinnt den 12. Billie-Jean-King-Cup-Titel – den ersten seit 2018. Noskova rettet zwei Matchbälle.

Muchová eröffnet präzise – Noskova schließt dramatisch
Tschechien ist zum zwölften Mal Billie-Jean-King-Cup-Champion. Im Finale der BJK-Cup-World-Group 2026 besiegte das Team von Kapitänin Barbora Strýcová den Erstfinalisten Ukraine mit 2:0 in der Shenzhen Bay Sports Centre Arena – der erste Titel seit 2018 und der zwölfte insgesamt in der Geschichte des Landes.
Den ersten Punkt sicherte Karolína Muchová mit einem souveränen 6:2, 6:3 gegen Anhelina Kalinina in 70 Minuten. Die 28-Jährige dominierte von Beginn an: 72 Prozent erster Aufschläge in, 24 von 28 ersten Aufschlagspunkten gewonnen, acht Asse. Es war eine Demonstration taktischer und technischer Stärke, die Kalinina kaum Ansatzpunkte ließ.
Beim Stand von 1:0 für Tschechien trat Linda Noskova an – und musste die schwierigste Aufgabe meistern. Gegen die ukrainische Kapitänin Elina Svitolina gewann die 21-Jährige den ersten Satz 6:3, sah im zweiten aber zwei Matchbälle von der Gegnerin gerettet. Die Entscheidung fiel im Tiebreak: Noskova blieb abgebrüht und setzte sich 7:5 im dritten Versuch durch, was auf der tschechischen Bank Jubelszenen auslöste.
Ukraine schreibt erstmals Geschichte
Für die Ukraine ist das Finale selbst ein historischer Meilenstein: Noch nie zuvor hatte das Land die Endrunde des BJK Cup erreicht. Der Weg nach Shenzhen führte über einen 2:1-Sieg gegen Belgien im Viertelfinale und ein überlegenes 2:0 gegen Italien im Halbfinale. Svitolina trug das Team durch das gesamte Turnier mit ungewöhnlicher Energie und Führungsstärke – und rettete im Finale mit zwei abgewehrten Matchbällen die Ehre ihres Landes.
Die Niederlage am letzten Schritt tut weh, doch die Ukraine hinterlässt Shenzhen als anerkannte Kraft im Weltgruppen-Damentennis. Svitolina, die das Team mit Leidenschaft und Erfahrung geführt hat, betonte nach dem Match die Bedeutung dieses historischen Finales für die Entwicklung des ukrainischen Damensports. Das Potenzial des Kaders lässt für kommende Jahrgänge deutlich mehr erwarten.
Strýcová tritt in exklusiven Kreis ein
Kapitänin Barbora Strýcová krönte ihre Karriere an diesem Sonntag mit einem weiteren Kapitel: Sie wurde erst die vierte Frau überhaupt, die den Billie Jean King Cup sowohl als Spielerin als auch als Kapitänin gewonnen hat – ein Alleinstellungsmerkmal, das die Bedeutung ihrer Rolle für den tschechischen Tennissport unterstreicht.
„Ehrlich gesagt war es mein Traum, den ich nicht laut ausgesprochen hatte. Aber es ist wahr geworden", sagte Strýcová nach dem Triumph.
Eine Ära, die noch lange nicht endet
Mit zwölf Titeln ist Tschechien die zweiterfolgreichste Nation in der Geschichte des BJK Cup, hinter den USA mit 18 Siegen. Noskova und Muchová hatten 2026 bereits das Wimbledon-Finale unter sich ausgemacht – nun folgt der Mannschaftstitel. Beide werden kommende Woche beim WTA-Turnier in Peking auftreten. Für das tschechische Damentennis ist 2026 schon jetzt eine Saison für die Geschichtsbücher: Wimbledon-Finale, BJK-Cup-Titel, und zwei Spielerinnen in den Top 12 der Weltrangliste. Gleichzeitig schreibt die Mannschaft mit Strýcová an der Spitze eine neue Ära der Kontinuität, die über reine Einzelerfolge hinausgeht.
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