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ATP

Wawrinkas letzter Sand-Auftritt: Debüt und Abschied in Estoril

Stan Wawrinka gibt diese Woche in Estoril sein Karrieredebüt auf dieser Anlage — und zugleich seinen allerletzten Auftritt auf Sand. Ein besonderer Abschied vor dem Finale in Basel.

Tennis Post Redaktion··2 Min. Lesezeit
Foto: Gordons203 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Stan Wawrinka gibt diese Woche beim Millennium Estoril Open sein persönliches Karrieredebüt auf der Anlage an der portugiesischen Atlantikküste — und zugleich seinen allerletzten Auftritt auf Sand. Der 41-jährige Schweizer und dreifache Grand-Slam-Champion trifft in der ersten Runde auf den argentinischen Qualifikanten Román Andrés Burruchaga.

„One Last Push": Der Abschied in Etappen

Zu Beginn des Jahres hatte Wawrinka angekündigt, 2026 werde seine letzte Saison auf der ATP Tour sein. Mit den Worten „One Last Push" fasste er seine Haltung zusammen: Noch einmal alles geben, bevor er das Racket endgültig beiseitelegt. Sein offizieller Abschied ist für die Swiss Indoors in Basel im Oktober geplant — ein würdiger Schlussakkord in der Heimat auf Hallenhartplatz. Bis dahin aber füllt Wawrinka noch offene Seiten in seiner Karrierechronik, und Estoril ist eine davon.

Trotz mehr als zwei Jahrzehnten auf der Tour hatte der Romand das Turnier in der Küstenstadt nie in seinen Kalender aufgenommen. Jetzt holt er das nach — ein spätes Debüt, das gleichzeitig ein Abschied ist. Diese doppelte Symbolik verleiht dem Auftritt eine ganz besondere Qualität.

Portugal, Sand und ein Grand-Slam-Erbe

Wawrinkas Gegner in der ersten Runde, Román Andrés Burruchaga, ist ein junger Argentinier, der auf der Tour noch seinen Platz sucht — ein Kontrast, der die Karrierespanne des Schweizers eindrücklich unterstreicht. Für Wawrinka geht es nicht um das Ergebnis, sondern um den Moment: das letzte Mal die Linien auf Asche lesen, die roten Körner unter den Schuhen spüren, den Sandplatz-Duft der portugiesischen Küste einatmen.

Mit Portugal verbindet Wawrinka konkrete Erinnerungen: 2013 gewann er das Portugal Open in Oeiras — damals noch an anderem Austragungsort — und läutete damit die beste Phase seiner Karriere ein. Zwei Jahre später triumphierte er bei den French Open, besiegte Novak Djokovic im Finale und schrieb damit eines der unvergesslichsten Kapitel des modernen Tennis. Zusammen mit dem Australian-Open-Titel 2014 und den US-Open-Triumph 2016 besitzt Wawrinka ein Grand-Slam-Erbe, das nur eine Handvoll Spieler in der Geschichte des Sports aufweisen können.

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Seine einhändige Rückhand wurde zu seinem Markenzeichen. Auf Sand, wo das Spiel langsamer wird und mehr Raum für Aufbau entsteht, konnte Wawrinka diesen Schlag wie kaum jemand anderes entfalten. Gegner fürchteten den Moment, in dem er einen freien Ball auf Rückhandseite bekam — der Punkt war so gut wie verloren. Die Plätze von Estoril sind nun die letzten, die diesen Schlag im Wettbewerb erleben werden.

Nach dem Sand: Basel wartet

Ab Sommer wechselt Wawrinka auf Hartplatz, zunächst für die Nordamerika-Tournee und schließlich für die Swiss Indoors als krönenden Abschluss. Coaching nach der Karriere? Vorerst kein Thema. „Ich möchte weniger reisen und die Dinge ruhiger angehen", sagte er zu Beginn des Jahres. In Kitzbühel kämpft diese Woche parallel eine neue Generation um Ruhm auf Sand — Turniere, die Wawrinka einst selbst prägte.

Für die Schweizer Tennisfans — und alle, die Wawrinkas Karriere von Beginn an verfolgt haben — ist jedes seiner verbleibenden Spiele ein kleines Stück Abschiedsritual. Estoril ist der erste Beweis dafür, dass das Abschiedsjahr kein müdes Auslaufen ist, sondern ein bewusstes Schließen offener Kapitel: eines nach dem anderen, bis Basel das letzte Wort spricht.

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