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WTA

Zheng Qinwen gewinnt US-Open-Quali-Auftakt — Olympiasiegerin kämpft zurück

Die Olympiasiegerin von Paris 2024 und frühere Weltranglistenvierte muss erstmals bei einem Major qualifizieren — und überzeugt mit einem souveränen Sieg über Landsfrau You Xiaodi.

Tennis Post Redaktion··2 Min. Lesezeit
Foto: 350z33 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Vom Olymp in die Qualifikation

Vor zwei Jahren stand Qinwen Zheng auf dem höchsten Podest, den der Sport zu bieten hat: Olympiasiegerin von Paris 2024, Weltranglistenvierte, Australian-Open-Finalistin. Heute, am Montag in New York, trat sie auf einem Nebencourt der US Open an — in der ersten Qualifikationsrunde. Es ist das erste Mal in ihrer Karriere, dass sie bei einem Grand Slam qualifizieren muss, und es ist das sichtbarste Zeichen dafür, wie dramatisch die letzten zwölf Monate für die Chinesin verlaufen sind.

Ellbogenoperation, zehn Monate Pause

Im Juli 2025 unterzog sich Zheng einer Operation am rechten Ellbogen. Danach spielte sie in der gesamten Saison 2025 kaum noch Tennis. Das Ergebnis ist unerbittlich: Ihre Weltrangliste, einst so hoch wie Platz 4, rutschte auf über 120. Damit lag sie beim Aufstellungsschluss für die US Open hinter der direkten Aufnahmelinie — Platz 118 war die Grenze — und erhielt auch keine Wildcard der Veranstalter. Für die erste Grand-Slam-Qualifikation seit dem Australian Open 2022 musste sie nach Flushing Meadows reisen.

Erschwerend kommt hinzu, dass ihr Saisonstart 2026 holprig verlief: elf Siege gegen dreizehn Niederlagen, sechs Erstrundenausscheiden — darunter auch bei den French Open und in Wimbledon. Chinas Tennisfans, die sie noch als Goldmedaillengewinnerin gefeiert hatten, verfolgten den Rückfall mit gemischten Gefühlen.

Erster Schritt: Klarer Sieg gegen You Xiaodi

Im Duell zweier Chinesinnen ließ Zheng jedoch wenig Zweifel aufkommen. Sie gewann 6:3, 6:2 gegen You Xiaodi — als Nummer 14 der Qualifikation gesetzt — und zeigte dabei eine Leistung, die deutlich besser war als ihr Saisondurchschnitt: sieben Asse, keine einzige Aufschlagbreite zugelassen, alle vier Breakbälle der Gegnerin abgewehrt. Die Partie dauerte 88 Minuten.

Im zweiten Qualifikationsrunde wartet nun die Französin Clara Burel. Gewinnt Zheng auch dieses Match sowie das Drittrundenspiel, ist sie im Hauptfeld dabei — und das Startgeld von rund 140.000 US-Dollar für den Einzug in die erste Runde wäre ein weiterer Motivationsschub auf dem Weg zurück.

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Chinas soziale Medien reagierten auf das Comeback gemischt: Viele Fans begleiteten die Partie online und feuerten Zheng an, während Skeptiker bezweifelten, ob ihre körperliche Verfassung bereits gut genug sei, um über drei Runden zu bestehen. Die Zahlen lügen nicht — ein 11-13-Saisonrekord lässt wenig Spielraum für Euphorie — doch montags Auftritt zeigte, dass die einstige Weltklassespielerin ihren Aufschlag, ihr wichtigstes Werkzeug, noch immer kontrollieren kann.

Ein Qualifikationsfeld voller prominenter Namen

Zheng ist nicht allein. Die Qualifikation der US Open 2026 gilt als die bisher sternreichste, die Flushing Meadows je gesehen hat. Bianca Andreescu, US-Open-Siegerin von 2019, gewann ihr Auftaktmatch gegen Eva Vedder mit 6:1, 6:2 und kämpft ebenfalls um ihren Platz im Hauptfeld. Auf der ATP-Seite wartet Ex-Weltranglistendritter Grigor Dimitrov auf sein Match, und Jack Draper, früherer Indian-Wells-Champion, ist nach seinen Verletzungen des letzten Jahres ebenfalls in der Qualifikation zu finden.

Das Hauptfeld startet am 30. August. Aryna Sabalenka verteidigt ihren Titel, Alexander Zverev führt das Herrenfeld als neuer Topgesetzter nach dem Rückzug von Jannik Sinner an. Für Zheng und die anderen Hochkarätigen in der Qualifikation bedeutet das: Drei Siege in vier Tagen — und der Traum vom Grand-Slam-Hauptfeld lebt wieder.

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