Zwei Siege bis zum Thron: Zverev startet in Wien gegen Landaluce
Erreicht Alexander Zverev in Wien das Viertelfinale, ist er ab 2. November die Nummer eins der Welt – als zweiter deutscher Mann nach Boris Becker.

Seit 1991 hat kein deutscher Tennisspieler mehr an der Spitze der Weltrangliste gestanden. Das könnte sich in dieser Woche ändern. Alexander Zverev ist in Wien an Nummer eins gesetzt. Kommt er bei den Erste Bank Open ins Viertelfinale, steht er nach Angaben der ATP am Montag, 2. November, sicher auf Platz eins. Dafür braucht der Hamburger zwei Siege.
Sein erster Gegner ist der spanische Wildcard-Spieler Martín Landaluce. Danach trifft Zverev auf den Sieger der Erstrundenpartie zwischen Tallon Griekspoor und Brandon Nakashima. Griekspoor hat am Sonntag in Brüssel den Titel geholt.
Sinners Saison ist vorbei
Dass Zverev die Nummer eins wird, steht im Grunde schon fest. Jannik Sinner hat seit seinem Wimbledon-Sieg im Juli kein Match mehr bestritten. Im Finale dort hatte er Zverev geschlagen. Jetzt hat der Südtiroler seine Saison offiziell beendet. „Ich habe gemeinsam mit den Ärzten entschieden, dass ich mein Knie behandeln lassen muss, was bedeutet, dass die Saison 2026 offiziell vorbei ist“, erklärte Sinner. In Wien kann er seinen Titel aus dem Vorjahr nicht verteidigen, und auch die übrigen Punkte vom Saisonende 2025 verliert er.
Die ATP hat bereits bestätigt, dass Zverev das Jahr als Nummer eins abschließen wird. In Wien geht es also nur noch darum, wann er die Spitze übernimmt. In der Rangliste vom Montag lag Sinner laut Eurosport mit 10.450 Punkten noch 700 Zähler vor Zverev (9.750).
Auf den Spuren von Boris Becker
Zverev ist 29 Jahre alt und spielt die beste Saison seiner Karriere. Bei den French Open und den US Open gewann er seine ersten beiden Grand-Slam-Titel, in Wimbledon stand er im Finale. Er wäre nach Boris Becker, der 1991 die Nummer eins war, erst der zweite deutsche Mann an der Spitze der Weltrangliste. Laut ATP wäre er außerdem der 30. Spieler, der Platz eins erreicht, und der erste neue seit Sinner im Juni 2024.
Vor Wien hat Zverev eine Pause eingelegt. In China habe er sich „leer“ und „mental sehr, sehr müde“ gefühlt, sagte er. „Ich habe fünf Tage freigenommen, ein bisschen Golf gespielt und keinen Schläger angefasst. Das hat mir sehr gutgetan.“ Novak Djokovic hält ihn derzeit „mit Sicherheit“ für den besten Spieler der Welt.
Starke Konkurrenz in der Stadthalle
Leicht wird die Woche trotzdem nicht. Carlos Alcaraz ist an Nummer zwei gesetzt und spielt zum Auftakt gegen Karen Khachanov. Auch Daniil Medvedev, Flavio Cobolli, Alex de Minaur und Tommy Paul sind dabei. Laut Setzliste wäre Frances Tiafoe Zverevs Gegner im Viertelfinale.
Aus deutscher Sicht gab es zuletzt auch gute Nachrichten von Jan-Lennard Struff: Der 36-Jährige erreichte in Brüssel das Finale und verlor dort erst nach Satzführung mit 6:4, 3:6, 4:6 gegen Griekspoor. Nach Wien will Zverev beim Masters in Paris, bei den ATP Finals in Turin und beim Davis-Cup-Finalturnier in Bologna spielen, und zwar möglichst als Nummer eins der Welt.
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